RFID weist blinden Menschen den Weg.
“Alte” RFID Chips müssen nicht immer in den Müll geschmissen werden. Selbst hier ist Recycling angesagt um nach dem eigentlichen Dasein zum Beispiel als Markierung von Tieren noch einen Nutzen zu erfüllen. Sesamonet heißt das Zauberwort. Secure and Safe Mobility Network. In Laveno Mombello (Italien) wurden gebrauchte RFID Chips im Abstand von jeweils 60 cm auf einer Gesamtlänge von zwei Kilometern in den Boden eingelassen und weisen jetzt blinden Menschen mit speziellen Langstöcken den Weg.
Einen ausführlichen Bericht gibt das pco Auto-ID Portal.
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Nein, nicht in Deutschland. Leider nicht.
Holland und Belgien machen uns was vor. Blinde Menschen haben ein wesentlich besser ausgeprägtes oder besser trainiertes Gehör. Das machen sich Holland und Belgien zu nutze und setzen blinde Menschen im Ermittlungsbereich dort ein wo es auf Töne ankommt.
In Belgien sind es Ronald Adriaenssens, Sacha Van Loo und Kurt Van Raefelghem die ihre sehenden Kollegen z.B. bei Telefonüberwachungen unterstützen. Der holländische Begriff “afluisteraars” gefällt mir ja ganz gut, ein deutsches Pendant ist mir noch nicht eingefallen.
Ich begrüße ausserordentlich dass man behinderte Menschen nicht nur eingestellt werden weil man eine gesetzliche Quote zu erfüllen hat, sondern dass man sie aufgrund ihrer Fähigkeiten und Qualifikationen einstellt! Die Polizei NRW beschäftigt übrigens über 2500 Menschen mit mindestens 50% Behinderungsgrad und liegt (im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern) über der gesetzlichen Quote.
Auch in diesen sehr speziellen Bereichen der “Audioermittlung” die ganz speziellen Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern ist eigentlich naheliegend. Man muss nur auf die Idee kommen!
Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass z.B. gehörlose Menschen im Bereich Lippenablesen eingesetzt werden. Ist zwar ein umstrittenes Thema, aber ein Pilotprojekt wäre es wert.
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Folgende E-Mail erreichte mich zu dem Projekt: “Polizei im Umgang mit Menschen mit Behinderung”
“Als blinder Fußballfan stehe ich häufig im Kontakt mit Ihren Kollegen, aber von Kommunikation kann häufig keine Rede sein, da man auf gestellte Fragen keine Antwort erhält. Z. B. beim Spiel von Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Liverpool am 09.03.2005 fuhr ich mit dem RE von Leverkusen nach Köln zurück. Auf dem Kölner HBF standen mehrere Kollegen von Ihnen an der Treppe und richteten es so ein, dass man nur einzeln runtergehen konnte. Ich fragte mehrmals, was ich tun sollte, aber erhielt keine Antwort ein englischer Fußballfan mit Bierdunst schlug mir die Hand auf die Schulter und führte mich die Treppe hinab. Anschließend versuchte ich ein Taxi zu bekommen. Vor dem Bahnhof standen wieder Ihre Kollegen, die aus Sicherheitsgründen sich dort postiert hatten. Es gab quasi kein Durchkommen und mein “englischer Freund” war auch verschwunden, glücklicherweise gab es einen Passanten, der mir half. Nicht, dass Sie denken, ich sei wie die anderen Fans, ich gehe für mein Leben gern zum Fußball, habe aber mit den Auswüchsen wie Alkohol und Agressionen nichts zu tun. Deswegen wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Pojekt und vielleicht veröffentlichen Sie das Ergebnis.
Auch wenn es eigenartig klingt, blinde Menschen gehen auch zum Fußball und treffen sich mit ihren Begleitern an Bahnhöfen wie in meinem Fall, dass ich von Hürth alleine nach Leverkusen fahre und mich dort mit meinem jeweiligen Begleiter treffe. Wohl gemerk, dass sind wenige Fälle, aber gerade dort wo blinde Menschen alleine sich zu orientieren suchen und die Umgebung dies aufgrund der Lautstärke nicht zulässt ist es sehr schwer sich zurecht zu finden. Dies ist auch der Fall, wenn in Köln Großveranstaltungen im RheinEnergiestadion sind, wie z. B. Konzerte und man plötzlich von agressiven alkoholisierten Wolfgang-Petri-Fans umgeben ist und vergessen hat, dass der spielt, da sucht man das Weite, kann es aber selten, da die Situation unübersichtlich ist. Da lobe ich mir den Weltjugendtag, da ging alles viel unsichtiger zu.”

Ich denke im Projekt gibt es viel zu tun. In den meisten Fällen würde das Vorhandensein von ein wenig mehr Bewusstsein für Menschen mit Behinderung wahrscheinlich schon ausreichen.
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Es ist gestartet. 11 Studierende der FHöV Köln untersuchen jetzt in zehn Wochen das Thema wissenschaftlich. Anfang 2008 liegt dann das Projektergebnis vor. Wer für das Projekt Werbung machen möchte, der verbreitet das Infoblatt.
In den nächsten Wochen werde ich projektbegleitend immer mal wieder Sachverhalte zum Thema einstellen und bin auf eure Reaktionen gespannt.
Hier mal der erste Sachverhalt:
Unsichtbarer Dienstausweis
In Bergisch-Gladbach klingelt es bei einem blinden Mann an der Türe. Dieser öffnet und wird von zwei Männern nach seinem Nachbarn befragt. Er beantwortet die Fragen. Die beiden Männer gehen wieder und steigen in ihr Auto. Da ihm die Fragen “komisch” vorkommen, ruft er seine sehende Tochter vom Speicher und bittet sie, sich das Kennzeichen des Autos der beiden Männer aufzuschreiben. Diese lachte und meinte “Papa das war ein Polizeiauto und die Polizisten fahren jetzt weg.” Die beiden einschreitenden Polizeibeamten haben sich nicht als Polizei vorgestellt und gingen davon aus, dass der blinde Mensch ja sie und ihre Uniform gesehen hat (der blinde Mann trägt immer eine sehr dunkle Brille). Selbst wenn sie sich vorgestellt hätten, ein blinder Mensch kann einen Polizeidienstausweis nicht so einfach auf seine Echtheit überprüfen…
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