Der Franz ist was älter als ich…. Mich gibt es nun auch seit einem Jahr. K11 hat Geburtstag. Genau vor einem Jahr wurde der erste Blogeintrag auf k11.de/blog veröffentlicht.

  • Was hat mich bewegt?
  • Warum blogge ich immer noch?
  • Blogge ich weiter?

Den Anstoß zum Bloggen hat mein erster Barcamp Besuch beim Barcamp in Köln gegeben. Danach habe ich einfach losgelegt. Ohne lange darüber nachzudenken oder abzuwägen wer das denn lesen könnte und ob es sich “lohnt”. Manchmal schreibe ich Blogeinträge auch nur weil MICH das Thema interessiert und nicht weil diverse Nachrichtenagenturen gerade über dieses Thema berichten.

Der Blog ist ein wenig auch mein persönliches Internetarchiv, Themen die mich bewegt haben finde ich nach einem Jahr auch noch wieder. Oder kann jetzt sagen… Hey, das habe ich vor einem Jahr schon geschrieben.

Natürlich ist das Bloggen für mich eine Gratwanderung. Blogger, Polizist, Mensch, Angehöriger eines Innenministeriums und Wähler unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Der Dienst bringt natürlich viele Sachverhalte und Erkenntnisse mit, die sich wunderbar auch in einem Blog lesen würden, die anderen Bloggern Futter für Gegendarstellungen oder Unterstützung bieten würden. Aber ich habe einen Eid geschworen und muss mich auch in meiner Freizeit an Recht und Gesetz halten. Und noch mehr, die außerdienstliche Wohlverhaltenspflicht, die ich für sehr sinnvoll erachte, möchte, dass ich mich auch außerhalb des Dienstes so verhalte wie man das von einem Polizisten erwarten kann.

Nach einem Jahr bloggen muss ich sagen: Es macht immer noch Spaß. Klar bin ich einigen auch auf die Füße getreten, dafür entschuldige ich mich natürlich in aller Form, das ist nie persönlich gemeint, aber ich möchte mit manchen Artikeln auch mal wachrütteln, zum Nachdenken anregen oder bewusst mal eine Gegenposition einnehmen. Mainstream und aalglatt ist doch langweilig. Man braucht doch was an dem man sich reiben kann, oder ?

K11 geht weiter, mit einer unregelmäßigen Regelmäßigkeit, ich blogge nicht der Statistik wegen sondern wenn ich gerade mal ein Thema habe was mich bewegt. Auch wenn mal wieder mein Provider gehackt wird und meine Sicherung futsch ist, es geht weiter.

Und ich kann Franz nur zustimmen, seit ich blogge habe ich viele interessante und nette Menschen kennen gelernt (egal ob offline oder online), lese auch selber vermehrt Blogs und finde Barcamps und pl0gbar toll! Jedem der mich fragt ob sich bloggen für ihn lohnt sage ich nur: JA!

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Gestern Abend hatte ich ein sehr lange Unterhaltung per Skype mit einer gehörlosen Bloggerin, Judith Göller (www.gehoerlosblog.de). Sie bloggt (hat mehrere Blogs) seit Anfang 2006 und hat Riesenspaß daran.

Ich fände es sehr spannend und würde ihr gerne das Angebot machen auch mal Barcamps zu besuchen, nur hat die Sache eben den Haken, dass sie gehörlos ist und einen Dolmetscher für Gebärdensprache bräuchte. Den kann sie natürlich selber nicht bezahlen. Es gab ja schon die (Blog-)Welle mit der Forderung nach barrierefreien Barcamps, hier hat Christiane den Stein ins Rollen gebracht. Jetzt würde ich gerne konkreter werden bevor ich Judith einlade.

Unter Punkt neun hat Christiane folgendes geschrieben:

Jemand der gehörlos ist, wird von der Veranstaltung nur mit Gebärdensprachdolmetscher profitieren können. Vielleicht findet sich ja ein Sponsor, der die Dolmetscher finanziert, sofern sich gehörlose Teilnehmer anmelden.Vorher unbedingt mit den gehörlosen Teilnehmern abstimmen, wann die Dolmetscher benötigt werden!

Seht ihr eine Chance Dolmetscher für Barcamps mit in die Finanzierung aufzunehmen oder sprengt das den Rahmen? Kostenpunkt pro Stunde ca. 40-50 Euro. Sicher könnte man versuchen bei einer Zweitagesveranstaltung einen Sonderpreis auszuhandeln, aber billig wird die Sache dadurch trotzdem nicht….

Alternativ würde ich mal checken, ob es Fördermittel von Stiftungen / Wohlfahrtsverbänden (o.ä.) dafür gibt. Sponsoren wären natürlich einfacher, bei Stiftungen ist der Papierkram locker vergleichbar mit Behörden. Wenn jemand hier Verbindungen hat, bitte melden!

Und wenn einmal ein Dolmetscher da wäre, kämen wahrscheinlich einige gehörlose Web 2.0 Jünger. Also liebe BarcamporganisatorInnen, ich freue mich auf euer Engagement!

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Nach einer Veranstaltung der LDI NRW kam ein Kollege, der an der Veranstaltung teilgenommen hat, zu mir und wir sprachen über die Veranstaltung. Er meinte ihm seien einige Teilnehmer der Veranstaltung schon fast paranoid vorgekommen. So eine Angst vor dem Missbrauch der persönlichen Daten hätte er noch nicht erlebt.

Paranoid – Sucht man nach Definitionen für Paranoia, dann kommt man schnell in den Bereich wo von Krankheit gesprochen wird. Sind wir denn schon so weit das uns das Netz krank macht? Etwas in dem wir uns freiwillig bewegen macht uns krank? Sollten wir dann nicht anfangen uns Gedanken zu machen? OK; ich bin kein Web 2.0 Arzt, aber wenn ich selber eine Ursache für meine Krankheit kenne dann ist es doch an mir diese zu beheben. Wenn mich das Internet krank macht nutze ich es nicht. Punkt. So einfach ist das.

Ok, ist es natürlich nicht. Man möchte das Web ja nutzen. Aber wenn ich täglich beobachte, wie Datenangsthasen sich virtuell bei “irgendwelchen” Web 2.0 Startups, neuen Communities oder anderem virtuell datentechnisch ausziehen, dann fehlt mir ein gewisses Maß an Verständnis dafür. Unbekannten Fimen mit Firmensitz teilweise ganz weit von Deutschland vertraut man sich mit den persönlichsten Daten an, aber vor dem eigenen Staat hat man Angst. Ich weiss nicht.

Fotografie ist eines meiner Hobbys. Ist es da nicht schade dass ich bei den Besuchen von Barcamps aus Rücksicht auf Datenangsthasen keine Kamera mitnehme? Ein Polizist der Barcamps besucht und Fotos macht. Gefundenes Fressen für Spekulationen von Datenangsthasen. ;-)

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Danke an Barcamps, danke an Web 2.0, danke an den Saftblog, danke an Kirsten Walther! Als einen der Sponsoren von Barcamps lernte ich den Saftblog kennen. In den Variationen zwischen 3 und 5 Liter, zwischen Apfel, Orange, Birne, Frühstück, Quitte und co.

Genau wie bei Web 2.0 Diensten kategorisiere ich einfach in “Null und Eins”, in “brauche ich und brauche ich nicht” oder eben in “schmeckt und schmeckt nicht”. Seit dem Barcamp bin ich also Saftblog Leser und Saftboxen Kunde weil die Säfte in die Kategorioe “schmeckt” gehören. Und als Saftblog Leser blieb mir das Thema Aronia nicht verborgen.

Was ist Aronia?

Ich wusste es nicht. Aber das WWW weiss ja viele Antworten, auch auf diese Frage. Kurz… eine vergessene Beere. Fasziniert davon gingen die Auswirkungen auf mein Offlineleben weiter. Keine Idee für ein Geschenk? Aroniastrauch! 

Aronia

Aber das war nicht ganz so einfach. Nicht einfach in eine Gärtnerei gehen und kaufen, nein, in eine Gärtnerei gehen und nach der selbstbewussten Frage (”Haben sie Aronia Sträucher?”) in verdutzte Gesichter von altgedienten Gärtnern schauen. Was ist Aronia?

Aber so weckt man den Ehrgeiz. Ich denke jetzt kennen einige Gärtnereien und Großhändler eine vergessene Beere. Dem Web 2.0 sei Dank.

Was sagte der Gärtner: “Ich bin schon fast 40 Jahre Gärtner, aber Aronia höre ich heute zum ersten Mal!”

Tja, wäre er mal zu Barcamps gegangen. ;-)

Saftboxen kam mit ihrer Aktion auch Aroniasträucher über ihren Webshop zu verkaufen exakt zwei Tage zu spät für meinen Wunsch. Sind aber inzwischen auch schon alle ausverkauft.

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Christiane schreibt in ihrem Blog Behindertenparkplatz (übrigens einer meiner Lieblingsblogs!) über die Barrierefreiheit von Barcamps. Bei den drei Barcamps an denen ich teilgenommen habe gab es immer Sessions zum Thema Barrierefreiheit. Aber wie ist das denn mit “walk the talk”, wie ist das mit den Basics? Reden “wir” nur drüber oder tun “wir” auch was dafür?

Also… Liebe Barcamporganisatorinnen und Barcamporganisatoren, liebe Sponsorinnen und Sponsoren, liebes Mixxt-Team, liebe Barcampteilnehmerinnen und Barcampteilnehmer, werdet wach und denkt mal über das Thema nach. Alle reden von ihren Grundrechten auf Freiheit auch im Internet, von Anonymität, weg von der Überwachung, klagen ihre im Grundgesetz verankerten Rechte ein. Zu Recht! Aber es gibt noch mehr Grundrechte!

Ich weise ganz konkret auf Artikel drei Absatz drei Satz unserers Grundgesetzes hin:

“…Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.”

Die Rechte auf Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis kommen übrigens erst viel später im Grundgesetz (Artikel 10). Ich denke wenn man die Planung von Barcamps zeitnah beginnt, sollte Barrierefreiheit kein Problem sein! Die von Christiane aufgestellten Voraussetzungen sind zu schaffen.

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