Als hobbymäßiger Fotograf habe ich in der Vergangenheit regelmäßig Führungen über die Dächer des Kölner Doms organisiert. Fachkundige und interessierte Teilnehmer habe ich immer in der Fotocommunity gefunden. Verdient habe ich daran nichts, aber so eine Community lebt ja von anderen Dingen. Die Eindrücke und Einsichten die man auf den Touren erlangen konnte waren wirklich einzigartig.

Inzwischen war ich wahrscheinlich schon mehr als 20 mal auf den Dächern des Kölner Doms. Bei der letzten Führung passierte (ausgerechnet) mir ein Missgeschick. Aufgrund von Nässe rutsche ich im Rundgang (aussen am Dom) aus, stolperte und stiess mit meinem Ellboge6959541.jpgn in ein Fenster. Nein, nicht irgendein Fenster. Ein mittelalterliches Fenster aus Bleiglas, von innen handbemalt. Das alte dünne Glas gab sofort nach und zerbrach. Es entstand ein Loch von ca. 10 cm Größe. Ich informierte sofort die Mitarbeiterin der Dombauhütte, die dann die Führung beendete.

Zu Hause angekommen habe ich erstmal meinen Versicherungsordner, Rubrik “Private Haftpflichtversicherung” geöffnet. Das Telefongespräch mit der Hotline verlief ungefähr so:

GK: “Guten Tag, ich wollte einen Schaden melden.”
Versicherung: “Was ist denn passiert?”
GK: “Ich habe ein Fenster kaputt gemacht.”
Versicherung: “Wo war der Schaden, Ort und Postleitzahl?”
GK: “In Köln, 50677″
Versicherung: “Straße und Hausnummer?”
GK: “Domkloster 4.”
Versicherung: “Um was für ein Gebäude handelt es sich? Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Gewerbeobjekt?”
GK: “Hmmm, weder noch, eine Kirche.”
Versicherung: “Was für eine Kirche?”
GK: “Der Kölner Dom.”
…Stille… …Stille…
Versicherung (irritiert): “Äh, wie bitte, der Kölner Dom? Sie haben den Kölner Dom beschädigt?”
GK: “(leise) ja…., ein handbemaltes Bleiglasfenster aus dem Jahr 1860″
Versicherung (entsetzt): “Dann verbinde ich sie mal mit unserem Sachverständigen!”

Das Gespräch dauerte noch eine Weile, aber zu meiner Überraschung war meine Versicherung doch verdammt nett. Eine ganze Weile später kam dann die Rechnung, die meiner Versicherung zugestellt wurde. 10.000 Euro Schadenshöhe. 5.000 Euro Reparaturkosten und 5.000 Euro Wertminderung.

Die Frage nach der Bedeutung der Wertminderung konnte mir noch keiner beantworten, na ja, vielleicht plant man einen Verkauf des Kölner Doms. Seit dem habe ich keine Führung mehr organisiert, es solle erst “Gras über die Sache wachsen”. Man hat mir keine Termine mehr für Domführungen für Fotografen anbieten wollen. Wahrscheinlich stelle ich inzwischen für den Dom ein Risiko dar. Es war nicht der erste Vorfall….

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Der Franz ist was älter als ich…. Mich gibt es nun auch seit einem Jahr. K11 hat Geburtstag. Genau vor einem Jahr wurde der erste Blogeintrag auf k11.de/blog veröffentlicht.

  • Was hat mich bewegt?
  • Warum blogge ich immer noch?
  • Blogge ich weiter?

Den Anstoß zum Bloggen hat mein erster Barcamp Besuch beim Barcamp in Köln gegeben. Danach habe ich einfach losgelegt. Ohne lange darüber nachzudenken oder abzuwägen wer das denn lesen könnte und ob es sich “lohnt”. Manchmal schreibe ich Blogeinträge auch nur weil MICH das Thema interessiert und nicht weil diverse Nachrichtenagenturen gerade über dieses Thema berichten.

Der Blog ist ein wenig auch mein persönliches Internetarchiv, Themen die mich bewegt haben finde ich nach einem Jahr auch noch wieder. Oder kann jetzt sagen… Hey, das habe ich vor einem Jahr schon geschrieben.

Natürlich ist das Bloggen für mich eine Gratwanderung. Blogger, Polizist, Mensch, Angehöriger eines Innenministeriums und Wähler unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Der Dienst bringt natürlich viele Sachverhalte und Erkenntnisse mit, die sich wunderbar auch in einem Blog lesen würden, die anderen Bloggern Futter für Gegendarstellungen oder Unterstützung bieten würden. Aber ich habe einen Eid geschworen und muss mich auch in meiner Freizeit an Recht und Gesetz halten. Und noch mehr, die außerdienstliche Wohlverhaltenspflicht, die ich für sehr sinnvoll erachte, möchte, dass ich mich auch außerhalb des Dienstes so verhalte wie man das von einem Polizisten erwarten kann.

Nach einem Jahr bloggen muss ich sagen: Es macht immer noch Spaß. Klar bin ich einigen auch auf die Füße getreten, dafür entschuldige ich mich natürlich in aller Form, das ist nie persönlich gemeint, aber ich möchte mit manchen Artikeln auch mal wachrütteln, zum Nachdenken anregen oder bewusst mal eine Gegenposition einnehmen. Mainstream und aalglatt ist doch langweilig. Man braucht doch was an dem man sich reiben kann, oder ?

K11 geht weiter, mit einer unregelmäßigen Regelmäßigkeit, ich blogge nicht der Statistik wegen sondern wenn ich gerade mal ein Thema habe was mich bewegt. Auch wenn mal wieder mein Provider gehackt wird und meine Sicherung futsch ist, es geht weiter.

Und ich kann Franz nur zustimmen, seit ich blogge habe ich viele interessante und nette Menschen kennen gelernt (egal ob offline oder online), lese auch selber vermehrt Blogs und finde Barcamps und pl0gbar toll! Jedem der mich fragt ob sich bloggen für ihn lohnt sage ich nur: JA!

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Folgende E-Mail erreichte mich zu dem Projekt: “Polizei im Umgang mit Menschen mit Behinderung

“Als blinder Fußballfan stehe ich häufig im Kontakt mit Ihren Kollegen, aber von Kommunikation kann häufig keine Rede sein, da man auf gestellte Fragen keine Antwort erhält. Z. B. beim Spiel von Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Liverpool am 09.03.2005 fuhr ich mit dem RE von Leverkusen nach Köln zurück. Auf dem Kölner HBF standen mehrere Kollegen von Ihnen an der Treppe und richteten es so ein, dass man nur einzeln runtergehen konnte. Ich fragte mehrmals, was ich tun sollte, aber erhielt keine Antwort ein englischer Fußballfan mit Bierdunst schlug mir die Hand auf die Schulter und führte mich die Treppe hinab. Anschließend versuchte ich ein Taxi zu bekommen. Vor dem Bahnhof standen wieder Ihre Kollegen, die aus Sicherheitsgründen sich dort postiert hatten. Es gab quasi kein Durchkommen und mein “englischer Freund” war auch verschwunden, glücklicherweise gab es einen Passanten, der mir half. Nicht, dass Sie denken, ich sei wie die anderen Fans, ich gehe für mein Leben gern zum Fußball, habe aber mit den Auswüchsen wie Alkohol und Agressionen nichts zu tun. Deswegen wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Pojekt und vielleicht veröffentlichen Sie das Ergebnis.

Auch wenn es eigenartig klingt, blinde Menschen gehen auch zum Fußball und treffen sich mit ihren Begleitern an Bahnhöfen wie in meinem Fall, dass ich von Hürth alleine nach Leverkusen fahre und mich dort mit meinem jeweiligen Begleiter treffe. Wohl gemerk, dass sind wenige Fälle, aber gerade dort wo blinde Menschen alleine sich zu orientieren suchen und die Umgebung dies aufgrund der Lautstärke nicht zulässt ist es sehr schwer sich zurecht zu finden. Dies ist auch der Fall, wenn in Köln Großveranstaltungen im RheinEnergiestadion sind, wie z. B. Konzerte und man plötzlich von agressiven alkoholisierten Wolfgang-Petri-Fans umgeben ist und vergessen hat, dass der spielt, da sucht man das Weite, kann es aber selten, da die Situation unübersichtlich ist. Da lobe ich mir den Weltjugendtag, da ging alles viel unsichtiger zu.”

Kelle

Ich denke im Projekt gibt es viel zu tun. In den meisten Fällen würde das Vorhandensein von ein wenig mehr Bewusstsein für Menschen mit Behinderung wahrscheinlich schon ausreichen.

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Das Ziel meiner Session war ganz einfach. Bewusstsein schaffen, mit Vorurteilen aufräumen und ein wenig sensibilisieren. Was macht ein Polizist auf einem Barcamp? Diese Frage habe ich an diesem Wochenende öfter beantwortet. Teilnehmen, ganz einfach. Nein, niemanden kontrollieren oder auf die Finger schauen.

Polizei ist nicht böse, genau so wenig wie das Internet.

In meiner Session habe ich zunächst kurz erläutert, dass Polizei nicht einfach so eine Internetseite ins Netz stellen darf, sondern dass bestimmte Gesetze (BGG, BITV etc.) auch im Internet für uns Anwendung finden. Das bedeutet kurz gesagt dass wir versuchen möglichst vielen Menschen unser Angebot zugänglich zu machen. Blinde, gehörlose und motorisch eingeschränkte Menschen surfen genauso im Internet und wollen teilhaben.

Die Polizei hat das Web 2.0 erfunden

Danach habe ich die gewagte These aufgestellt, dass die Polizei das Web 2.0 erfunden hat. Nein, haben wir natürlich nicht, nur hat Polizei seit Jahren schon Anwendungen und Prozesse, die sich jetzt im Internet als Web 2.0 Applikation wiederfinden. Hier einige Beispiele:

Fotoportale

Hat Polizei schon lange, nur sind die Fotos ein wenig eingeschränkt. Von vorne, schräg von der Seite und von der Seite werden die so genannten Dreiteiler digital gefertigt und genauso digital im Rahmen einer Wahllichtbildvorlage Opfern von Straftaten gezeigt. Die Kommentarfunktion beschränkt sich allerdings auf „der/die war es“ oder „der/die war es nicht“

Videoportale

Videos hat und bekommt die Polizei natürlich viele übersandt. Sei es aus Geldautomaten wenn nicht gerade der Karteninhaber von einem Konto Geld abhebt oder auch wie im Fall des 6fach Mordes in Duisburg aus anderen Überwachungskameras. Oder auch aus den Videoeigensicherungssystemen der Polizeiwagen, die digital auf PCMCIA Festplatte speichern.

Livestream

Hat die Polizei bei jeder größeren Veranstaltung aus der Luft, vom Wasser oder auch zu Lande. Die Einsatzleitung kann ja nicht immer vor Ort sein und so müssen auch bewegte Bilder zur Einsatzleitung.

Podcast

Macht zum Beispiel die Polizei Bonn sehr erfolgreich zu verschiedenen Themen.

Videocast

Dazu haben wir in vielen Behörden um z.B. eine der jüngsten Zielgruppen zu erreichen eine Polizeipuppenbühne. Ein Beispiel findet man bei der Polizei Bonn im Internet.

Twitter

Hat Polizei doch schon seit Ewigkeiten. Unsere Leitstellen wissen immer welche Einsatzmittel (so nennt man die Streifenwagen, die Motorradfahrer, die Fußstreifen du alle anderen für Einsätze zur Verfügung stehenden Polizisten) sich gerade wo aufhalten und was sie machen. Dazu haben Fahrzeuge ein so genanntes CFMS – Computerunterstütztes Funkmeldesystem (ok, ich gebe zu der Name ist nicht so schön wie Twitter…), mit dem über bestimmte Zahlen und Buchstabenkombinationen dann über Funk der jeweilige Status durchgegeben und im Computer protokolliert wird. Und so weiß die Leitstelle immer Bescheid.

Blog

So richtige Blogs hat Polizei nicht. Es gibt aktuell nur privat bloggende Polizisten. Aber als Alternative biete ich z.B. das Presseportal der Polizei NRW an. Dort werden in der Endausbauphase (Ende 2007) bis zu 500 Meldungen am Tag eingestellt. Vom Unfall mit Fahrradfahrer bis zum Mord findet man da alles drin. Wenn euch also mal der Content ausgeht, hier ist eine wahre Fundgrube. Natürlich auch bequem über RSS Feeds (mit verschiedenen Filtern) zu abonnieren.

Google Maps

Und natürlich andere vergleichbare Dienste. Seit es Landkarten gibt werden die auch von Polizei zu Analysezwecken eingesetzt. Früher wurden diese auf Karton aufgeklebt und Unfallbrennpunkte und anderes wurden mit Stecknadeln (verschiedene Farben du Kopfgrößen) gekennzeichnet. So hatte man visuell schnell einen Überblick wo Handlungsbedarf entsteht. Als neue Möglichkeit könnte ich mir vorstellen, dass im Rahmen der Unfallprävention z.B. gefährliche Strecken für Motorradfahrer in Google Maps/Earth mit Hinweis auf tödlich verunglückte Motorradfahrer gekennzeichnet werden.

Fingerabdrücke

Nehmen wir nicht mehr mit schwarzer Farbe sondern inzwischen auch voll digital über spezielle Scanner. Spart Zeit und macht Finger nicht mehr schwarz.

Interaktion

Um z.B. Polizeibeamte auf Einsätze im Ausland vorzubereiten, gibt es ein interaktives Lernprogramm im Internet um sein Englisch zu testen und zu trainieren. Einfach mal reinschauen. Im Zweifel den Funkjoker setzen.

Bewerbung

Wäre ich eigentlich geeignet Polizist zu sein? Diese Frage kann man auch interaktiv im Internet beantworten. Ein Selbsttest checkt die Anforderungen. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, kann man sich natürlich online bewerben.

Internetwache

Seit geraumer Zeit unterhält die Polizei NRW eine rund um die Uhr besetzte Internetwache. Vorbeischauen und bookmarken lohnt.

Fragen?

Und wenn ihr noch Fragen habt, fragt mich oder eure Polizei vor Ort. Die Themen die ich in der Session vorgestellt habe und die nicht heir erscheinen, findet ihr in älteren Beiträgen meines Blogs.

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Das zweite Kölner Barcamp startete am 18. und 19.08.2007. Dank einer perfekten Organisation von Franz Patzig, Sascha Aßbach und Nicole Ebber stimmte alles. Hierfür meinen vollsten Respekt und herzlichen Dank.Das Vorglühen begann am Donnerstag Abend bei der Pl0gbar, es folgte die Preparty Freitags im Lichterfeld und dann startete das eigentliche Event Samstag und Sonntag in den Räumen von QSC.Barcamptypisch spielte es überhaupt keine Rolle was man tolles auf der Visitenkarte stehen hat, wie alt man ist oder ob man auch offen zugibt arbeitssuchend zu sein, die Community steht auf einer Stufe. Hierarchische Unterschiede gab es nicht, die Themen zählten. Es muss nicht immer einer den großen Vorturner spielen und alles moderieren, das Konzept Barcamp ging wieder mal auf. Um an Wissen zu gelangen, produktiv Erfahrungen auszutauschen oder eigene Ideen zu diskutieren muss man nicht immer drei- bis vierstellige Summen auf den Tisch legen. Es geht anders! Und ich gebe zu…. ich bin ein Barcamp-Fan!In Köln stimmte wieder einmal alles. Das Wetter, die Location, die Leute, das WLAN (danke an das tolle QSC Team!), die Verpflegung, die Sessions und natürlich die Stimmung. Über meine Session werde ich noch bloggen. Morgen denke ich…

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Natürlich war das Sommerloch dieses Jahr nicht ganz so spürbar. Zwei Themen haben sich ja förmlich eine Schlacht um die bessere Headline geliefert. Tour de France und Onlinedurchsuchung (BKA Gesetz). Und der mediale Kölner an sich nutzt das natürlich direkt und kürt den Sieger Tour de France… Aber schaut selbst!


Tour de Trance – Wo kommt denn das Doping her – MyVideo

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Damals:  Den Sommer 1999 werde ich nicht vergessen. Doppelgipfel in Köln. Politik zum Anfassen, Toni Blair schüttelt an den Absperrungen die Hände von Passanten und Bill Clinton möchte ins Brauhaus. Stacheldraht? Zäune? Fehlanzeige. Im Sommer 1999 wurde rechtzeitig zum Gipfel in Köln aber auch das Internetangebot der Polizei Köln aufgebaut. Internet war noch lange nicht so verbreitet [...] 

HILFE – hier fehlt meiner Sicherung der Rest des Textes – Sollte den jemand gesichert haben, bitte zumailen! Danke schön!

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Es gibt sie wirklich. Einarmige Banditen.

Eine Stadt in NRW Ende 2006. Ein Randalierer treibt es so weit, dass keine andere Möglichkeit besteht als in in Polizeigewahrsam zu nehmen. Da er sehr aggressiv ist, wird er durch die Polizisten gefesselt. Kurze Zeit später steht der Mann vor den Polizisten und hat auf einmal in der einen Hand seinen anderen Arm, bzw. seine Armprothese.

Das ist der Moment, in dem man sich ernsthaft die Frage stellt:

“Wie fessele ich einen Einarmigen?”

Die hervorragende Ausbildung bereitet Polizisten auf jede Menge möglicher Einsatzlagen vor. Aber wie man einen Einarmigen zu fesseln hat natürlich nicht. Und so sprach mich die Kollegin die beteiligt war auf das Thema an. “Guido, du kennst dich doch aus mit Behinderten. Wie fesselt man einen einarmigen Menschen, wie lege ich einem Menschen mit nur einem Arm Handschellen an?”

Ok, ich gebe zu, dass ich mir im ersten Moment ein Grinsen nicht verkneifen konnte weil die Situation trotz allen Ernstes doch etwas komisches hat. Und ich muss zugeben, ich weiss auch keine Patentlösung. Ich denke das Fesseln eines Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist sehr heikel. Zum einen weil Polizei versucht eine sichere Lösung einer Ausnahmesituation herbeizuführen, zum anderen löst die Fesselung eines Menschen bei anderen Menschen immer die Frage nach dem “Warum?” aus. Wenn dieser Mensch dann auch nur einen Arm hat, dann schlägt die volle Mitleidswelle der umherstehenden Passanten auf. “Was machen sie mit dem armen Mann? Der ist doch behindert, den können sie doch nicht fesseln!”

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Gestern abend musste ich schmunzeln. Ich habe in meiner Ablage ein ganz bestimmtes Schreiben gesucht. Durch Zufall fiel mir ein Ausdruck eines Blogs und ein Buch in die Hand. Der Blogausdruck ist schon fast zwei Jahre alt und den Blog gibt es heute auch schon nicht mehr.

Den Blog hat der Sohn meiner Vormieterin geschrieben; geschätzt war er zu der Zeit so 16-17 Jahre alt. Er beschreibt darin wie er (schon ein paar Jahre her) in dem letzten kalten Winter die graue Zeit dazu genutzt hat eine Map für Doom nachzubauen. Und zwar die Wohnung in der ich jetzt wohne. Die hat er dann in entsprechenden Foren zum Download angeboten. Ich habe mir damals die Map mal runtergeladen und fand sie recht detailgetreu (für die damaligen Verhältnisse).

Jetzt sitze ich seeleruhig an meinem PC und dabei könnten gerade um mich rum die wildesten Doom-Szenen im Gange sein. Ist jeder der so eine Map nachbaut potentiell gefährdet? Oder ist es nicht eher so dass man das anfängt nachzubauen was man am besten kennt? Sein Elternhaus oder eben die Schule?

Angst habe ich wegen der existierenden Map auf jeden Fall nicht.

Das Buch was mir in die Hand gefallen ist: Andere Menschen schreiben in ihren Büchern über Wohnungen. So schreibt der Vormieter meiner Vormietern (quasi der Urvormieter) Hermann Götting in seinem Buch “Die Figur dazu hab ich” leicht übertrieben zu der Wohnung:

“Wir vertauschten die Burg mit einem Schloß – Schloß Höhenflug nannten Freunde unsere neue, zweihundert Quadratmeter (stimmt nicht) große Wohnung. Die Zimmer waren stattliche viereinhalb Meter (stimmt auch nicht) hoch, der Flur respektable dreinundzwanzig Meter lang und die Gesimse an den Türen und Stuckdecken von eine Reichtum, wie ich ihn danach nie wieder gesehen habe. (…) Über einem Fenster zeigte sich der Deutsche Reichsadler mit dem Kölner Wappen in der Kralle wieder als vollendete Stukkateursarbeit; ebenso die Vier Jahreszeiten im großen Salon, und Medaillons mit römischen Kriegern und mehrere Drachenköpfe gaben der Wohnung tatsächlich eine schloßartige Atmosphäre.”

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Gestern abend war ich bei einer Veranstaltung der Stadt Köln zum Thema Menschen mit Behinderung. An diesem Thema aus Sicht des Internets interessiert war ich also unter den Zuhörern.

Es sollten verschiedene Workshops durchgeführt werden, die aktiv von Menschen mit Behinderung besucht wurden. Die Zielrichtung der Workshops war mir nicht ganz klar, aber das steht auf einem anderen Blatt. Ich war im Workshop “Kommunikation”. Wie zu erwarten waren dort zum größten Teil gehörlose, schwerhörige, CI Träger und Menschen mit Lernschwierigkeiten anwesend.

Zu Anfang wurden rote Karten verteilt mit der Aufschrift: “Halt! Bitte leichte Sprache!” Die wurden gezogen sobald eine Kommunikationsbarriere auftauchte. In der Anfangsphase waren die Karten laufend oben bis erst einmal alle Barrieren klar waren. Laut und deutlich sprechen, langsam sprechen, einfache Sprache benutzen und das Mikro nah an den Mund damit auch die über die Induktionsanlage hörenden Besucher was mitbekommen. Und nicht vor die DGS Dolmetscher stellen damit die Gehörlosen was mitbekommen und bitte auch nicht vor dem Beamer der Schriftdolmetscherin stellen. Puh, Kommunikation für alle ist gar nicht so einfach.

Zu Beginn wurde ein Film gezeigt. Schwupp, rote Karte. “Ich kann den Film nicht sehen, ich bin blind.” OK, ist ein Problem, gebe ich zu. Dann war der Ton zu leise und die Boxen störten die Induktionsanlage. Die Schwerhörigen bekamen nichts vom Inhalt mit. Schwupp, rote Karte. Auf den Film wurde dann verzichtet.

Nach einer Themensammlung war schnell klar dass Internet eine große Barriere darstellt. Und irgendwie berichteten dann Gehörlose über die mangelhafte Kommunikation mit Polizei.

Die Polizei NRW hat schon seit mehreren Jahren ein so genanntes Notfall-Fax, das unter anderem auch gehörlosen Menschen erlaubt in einem Notfall mit der Polizei zu kommunizieren. Im Internet sind die entsprechenden Faxnummern der jeweiligen Behörden hinterlegt, wobei die Polizei NRW bestrebt ist flächendeckend auch über die 110 Notfallfaxe entgegenzunehmen. Dann bietet die Polizei NRW im Internet Videos in DGS (Deutsche Gebärdensprache) an um wichtige Inhalte zu erklären. Formulare im Bereich des Bürgerservice sind bei allen wichtigen Formularfeldern ebenfalls mit Videos in DGS versehen.

Ein Problem stellt natürlich der Notfall eines gehörlosen Menschen unterwegs dar. Er kann ja nicht zum Handy greifen und mal gerade bei der 110 anrufen. Wieder kommt die Frage, warum wir denn als Polizei keine SMS in solchen Fällen entgegennehmen. Technisch wäre das kein Problem. Aber in einem wirklichen Notfall will man ja auch sofort Hilfe. Und SMS funktioniert leider nicht in Echtzeit. (Man denke hier an die SMS die Sylvester verschickt werden und mehrere Stunden zum Empfänger brauchen) – Hier denke ich wird die Technik bald Abhilfe leisten können. Mir schweben Möglichkeiten von Notfallchats mittels UMTS Handys und Videotelefonie vor. Ein Gehörloser wählt im Notfall eine Nummer, wird mit einem DGS Dolmetscher verbunden und mittels Videotelefonie gebärden dann beide. Der Dolmetscher teilt dann den Notfall in Lautsprache der Polizei mitteilt. Wie gesagt, noch Zukunftsmusik, UMTS Handys sind noch teuer, UMTS ist flächendeckend noch nicht verfügbar und die Infratsruktur mit entsprechenden Dolmetschern steht auch nicht nicht.

Nach der Veranstaltung wurden dann noch Kalender verteilt. Diese hatten für jeden Monat einen guten Vorsatz. So ist das dann im Dezember: “Im Dezember benutze ich keine Fremdwörter.” Den Kalender fand ich von den Sprüchen her einfach klasse. Dann wurde ich entdeckt. Ein junger Mann mit Lernbehinderung kam auf mich zu:

(J – Junger Mann): “Haben Sie noch so einen Kalender?”
(G – Ich): “Nein, die verteilt aber Frau XYZ.”

(J): “Echt? Kann ich nicht ihren haben?”
(G): “Nein.”

Er zu ihr hin, sie hatte aber keinen mehr. Also kam er wieder zu mir.

(J): “Brauchen sie ihren Kalender?”
(G): “Ja, den möchte ich in meinem Büro aufhängen.”

(J): “Echt?”
(G): “Ja!”

(J): “Echt? Wo denn?”
(G): “In meinem Büro in Düsseldorf. Bei der Polizei.”

(J): “Echt? Sind sie Polizist?”
(G): “Ja.”

(J): “Echt? Oberkommissar? ”
(G): “Nein, xxx.”

(J): “Echt? Brauchen Sie ihren Kalender noch?”
(G): “Ja….”

Er wieder weg. Zwei Minuten später…

(J): “Sind sie echt Polizist?”
(G): “Ja.”

(J): “Brauchen Sie ihren Kalender noch?”
(G): “Ja, echt!”

Ich weiss nicht ob er noch jemanden seinen Kalender abluchsen konnte. Meiner hängt auf jeden Fall schon im Büro! ECHT!

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