Da schlendere ich Samstag durch eines meiner absoluten Lieblingsgeschäfte in Düsseldorf und sehe DAS Mittel gegen Onlinedurchsuchung, Viren und Trojaner. Kurzum, gegen alle Gefahren aus dem Internet! Inzwischen aus allen Büros verbannt, fristen vielleicht noch einige gute alte Schreibmaschinen ihr Dasein in dunklen Kellern. Und siehe da, die Renaissance ist gekommen!

Das dreckige Weiss der Olympia wurde getauscht gegen ein dezentes Understatement anthrazit-schwarz. Man kann die Farbe sogar als cool bezeichnen. Aber was fehlt denn einer “alten” Schreibmaschine zur Kommunikation in der heutigen Zeit?

Zwei wesentliche Dinge, die es zu Zeiten von Olympia und co. noch nicht gab. Später wurde ja erst

@ und €

erfunden.

Und genau das gibt es jetzt. Manufactum baut die guten alten Olympia SG 3N zu einer Hightech Maschine aus dem Jahr 1958 um. Damit @ und € Platz haben, fallen das Dollarzeichen und die Raute weg. Das ganze gibt es dann zu einem Preis von 550 Euro. Journalisten erhalten übrigens 10 % Rabatt.

Als die Schreibmaschinen bei der Polizei ausgesondert wurden (so Anfang der 90er Jahre), konnte man die zu einem Preis von 5-10 Euro (damals noch 10 bis 20 D-Mark) kaufen.

sg3n.jpg

Wer das Schreiben auf Schreibmaschine gelernt hat, kann nachvollziehen dass es doch einen gewissen Charme hatte und wesentlich mehr Disziplin und Nachdenken erforderte seine Texte auf eine solche Weise zu Papier zu bringen. Und so als Rückfallebene gibt es nichts besseres. Dazu gehört aber dann noch das gute alte W48 Wählscheibentelefon mit Bakelitgehäuse. ;-)

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Nach einer Veranstaltung der LDI NRW kam ein Kollege, der an der Veranstaltung teilgenommen hat, zu mir und wir sprachen über die Veranstaltung. Er meinte ihm seien einige Teilnehmer der Veranstaltung schon fast paranoid vorgekommen. So eine Angst vor dem Missbrauch der persönlichen Daten hätte er noch nicht erlebt.

Paranoid – Sucht man nach Definitionen für Paranoia, dann kommt man schnell in den Bereich wo von Krankheit gesprochen wird. Sind wir denn schon so weit das uns das Netz krank macht? Etwas in dem wir uns freiwillig bewegen macht uns krank? Sollten wir dann nicht anfangen uns Gedanken zu machen? OK; ich bin kein Web 2.0 Arzt, aber wenn ich selber eine Ursache für meine Krankheit kenne dann ist es doch an mir diese zu beheben. Wenn mich das Internet krank macht nutze ich es nicht. Punkt. So einfach ist das.

Ok, ist es natürlich nicht. Man möchte das Web ja nutzen. Aber wenn ich täglich beobachte, wie Datenangsthasen sich virtuell bei “irgendwelchen” Web 2.0 Startups, neuen Communities oder anderem virtuell datentechnisch ausziehen, dann fehlt mir ein gewisses Maß an Verständnis dafür. Unbekannten Fimen mit Firmensitz teilweise ganz weit von Deutschland vertraut man sich mit den persönlichsten Daten an, aber vor dem eigenen Staat hat man Angst. Ich weiss nicht.

Fotografie ist eines meiner Hobbys. Ist es da nicht schade dass ich bei den Besuchen von Barcamps aus Rücksicht auf Datenangsthasen keine Kamera mitnehme? Ein Polizist der Barcamps besucht und Fotos macht. Gefundenes Fressen für Spekulationen von Datenangsthasen. ;-)

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In einer für die ARD durchgeführten Umfrage (September 2007) sprachen sich 58% der Befragten für eine Onlinedurchsuchung aus. Die Tendenz zur letzten Befragung war steigend.

Die ganze Umfrage gibt es bei Dimap Infratest.

90% sprachen sich für eine bessere Ausstattung der Polizei aus. 82% schlagen härtere Strafen zur Abschreckung vor, 71% wollen mehr Überwachungskameras und 68% sind für eine generelle Überwachung des Internets.

Interessant ist auch die Untersuchung, wie das Thema von den Parteien angenommen wird. Mehr dazu findet man in ARD DeutschlandTREND September 2007 .

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Veranstaltungshinweis: Die LDI des Landes NRW bietet am 18.10.2007 in Düsseldorf ein interessantes Symposium an.

“Welche Auswirkungen haben die aktuellen Entwicklungen im Internet auf unser Persönlichkeitsrecht? Die Frage ist nicht neu. Antworten müssen mit dem rasanten technischen Fortschritt und neuen konzeptionellen Nutzungsmöglichkeiten des Netzes Schritt halten. Wer weiß was über uns? Haben wir die Kontrolle oder werden wir kontrolliert? Was können wir tun? Wissen wir, was wir tun? Bereits heute verschwimmen Grenzen zwischen dem Netz und dem PC zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs. Daten werden nicht mehr nur auf der Festplatte, sondern in virtuellen Netzräumen gespeichert. Gebetene und ungebetene Gäste sind auf den Systemen der Nutzerinnen und Nutzer aktiv. Seien es Softwarehersteller, die die Notwendigkeit der Aktualisierung von Software online überprüfen, Internetseiten, die Spyware, Cookies oder ähnliches auf dem Rechner ablegen, oder Kriminelle, die Bankpasswörter ausspähen. Staatliche Stellen wollen unsere Verbindungsdaten auswerten oder sich als Hacker betätigen. Es ist kaum noch überschaubar, wer was über uns weiß, wenn wir uns im Netz bewegen. Das Symposium versucht, diese Fragen aufzuhellen und möchte gleichzeitig einen Blick auf mögliche Schutzmechanismen für die Privatsphäre werfen – heute und in Zukunft.”

Alle Infos dazu gibt es auf der Internetseite der LDI NRW.

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Koffeinsucht hat beim BMJ nachgefragt. Wie ist es eigentlich mit BOSS, dem § 202c und dem BSI? Hier ein Auszug aus der Antwort:

“…Entsprechende Handlungen führen auf Grund der Änderung durch das 41. Strafrechtsänderungsgesetz bei der Sicherheitsüberprüfung mit Hilfe sog. „Hacker-Tools“ nicht zu einer Strafbarkeit nach § 202c Strafgesetzbuch. Die Notwendigkeit, bestimmte Programme dieser Art zu verwenden, um Server auf Schwachstellen zu überprüfen, wird durch das Gesetz berücksichtigt. …”

weiter heisst es noch:

“… Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages hat daher in seinem Bericht (Bundestags-Drucksache 16/5449) auch aus Sicht der Bundesregierung zutreffend ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der gutwillige Umgang mit Hacker-Tools durch IT-Sicherheitsexperten nicht von § 202c StGB-E erfasst werde. …”

Den ganzen Text gibt es bei Koffeinsucht.

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Wäscheklammern?

Die erste Herausforderung des Barcamps München war die Wäscheklammer. Nur Genies können auf solche Ideen kommen. Der Zutritt zu den Konferenzräumen war auf exakt 168 Personen gleichzeitig beschränkt. Wie soll das die Security am Einlass kontrollieren? Ganz einfach, mit Wäscheklammern. Exakt 168 Wäscheklammern standen zur Verfügung. Jeder der reinging nahm eine und beim Verlassen gab man diese wieder ab.

Barcamps im Wandel

Alleine schon beim Empfang zeigten sich die Unterschiede. Wo das Registration Desk bei meinem ersten Barcampbesuch aus einer Rolle Klebeband und einem Filzstift für Namensschilder bestand, bekam man in München (Hallbergmoos) sein (Klebe-) Namensschild, seinen „eigenen“ WLAN Key und natürlich das Barcamp T-Shirt. Die Orga stimmte bis ins Detail. Respekt und Dank hierfür!

Mahlzeit

Erst später erfuhren wir zufällig, dass der Caterer eine Bio-Caterer ist. Das hat man auch geschmeckt. Ohne Mampf keine Kampf, also war die Grundlage für geistige Höchstleistungen in Vollendung gegeben. Der Caterer zeigte sich erstaunt, dass viele ihre Teller auch wieder zurücktragen wollten, das waren sie nicht gewohnt. Barcamper sind eben gut erzogen. Die Bierzeltgarnituren hatten standesgemäß Stofftischdecken und waren immer gut bestückt mit Softdrinks. Benutztes Besteck, Gläser und Teller wurden in Windeseile abgeräumt. Persönlich denke ich nicht dass Barcamps serviceseitig ein so hohes Niveau brauchen, aber es ist doch „nice to have“. Bio Eis von Heatly Planet ist ein Gedicht, ihr dürft gerne wiederkommen und Saft von Walther’s gehört ja inzwischen zum Barcamp wie Franz zur Orga. Schade nur dass Kirstin nicht selber anwesend war. Naja, next time!

Sessions

Die Sessions die ich besucht habe, waren allesamt sehr interessant, unterhaltsam (Danke an Till für die coole Zauber-Session, die Karte von Romeo und Julia liegt auf meinem Schreibtisch) und aufklärend. Ich habe an den zwei Tagen wieder viel gelernt, habe viele nette Menschen kennengelernt und habe Ideen bekommen bei denen es mir unter den Nägeln brennt diese auch mit Polizei zu verheiraten. Leider waren wieder viele gute Sessions zeitgleich, aber so ist das eben. Das Thema Video war leider stark unterrepräsentiert um die Sessions im Nachhinein noch mal anzuschauen.

Den Sonntag habe ich genutzt zwei Sessions anzubieten, eine Session zum Thema Polizei und Angst, die zweite zum Thema Barrierefreiheit und warum fast alle Gründer eine große Zielgruppe vergessen.

Polizeisession

Die Polizeisession war in Teilen mit plakativen Beispielen übertrieben dargestellt und extrem provozierend. Ich möchte dass man Themen im Bezug auf Polizei und Internet nicht auf einem relativ oberflächlichen Stammtisch-Bild-Niveau diskutiert. Ich möchte, dass man sich die Gesamtzusammenhänge vor Augen führt, sich die politischen Grundlagen solcher Entscheidungsprozesse aneignet und für sich selber erst mal ausführlich recherchiert. Nur wenn jemand einmal die Internetseite der Polizei NRW besucht hat muss er doch keine Angst haben wenn er demnächst nach Amerika fliegen möchte. Wer sich an Recht und Gesetz hält hat nichts zu befürchten!

Im zweiten Teil habe ich kurz erläutert warum die Polizei das Web 2.0 erfunden hat (nicht ganz ernst gemeint…) und dass Polizei doch sehr innovationsfreudig ist auch wenn das öffentliche Bild das nicht so sehr wahrnimmt.

Session Barrierefreiheit

Die Session zum Thema Barrierefreiheit war ein kurzer Abriss der Grundlagen. Was bedeutet Barrierefreiheit, was bedeutet Behinderung, wie surfen Menschen mit Behinderung im Internet und warum kann gerade diese Zielgruppe für mein Startup wichtig sein. Wenn man startet oder gründet, sollte man sich vorher in das Thema einarbeiten dann gibt es auch keinen finanziellen Mehraufwand. Wenn Programmierer später alles „heilen“ sollen wird es schwerer und aufwändiger.

Fazit

Alles in allem ein schönes Barcamp-Wochenende an einem goldenen Oktobertag im schönen Bayern! Vielen Dank an das Orgateam! Zum Thema Noshows sollte ich mich mal mit Henning zusammentun und überlegen, wie wir Noshows virtuell verfolgen… ;-)