Wieder eine schöne Meldung der Polizei NRW, diesmal aus Hagen:

“Selbst ist die Frau!

Hagen – 27.02.2008 – 20:19 – Diesem Moto muss wohl eine 40- jährige Fahrzeugbesitzerin gefolgt sein , die an ihrem Pkw selbstgemalte Stadtsiegel angebracht hatte. Wegen des etwas schmeichelhaft dargestellten NRW- Wappens, mussten die Beamten auch über die Bezeichnung „ Nordreihn Westpfalen“ schmunzeln.
Die falschen Kennzeichenplaketten fielen am Mittwoch Nachmittag der Hagener Polizei bei der Überprüfung des Fahrzeugs auf.
Die „ Künstlerin“ erwartet nun eine Anzeige wegen Kennzeichenmissbrauchs, Urkundenfälschung, Verstöße gegen Pflichtversicherungs- und Steuergesetz.”

kennzeichen.jpg

2 com

Sag mal einer in Deutschland würden die Grenzen zu weit ausgelegt. Ich versuche mit meinen persönlichen Daten mit den in meiner Macht stehenden Mitteln sinnvoll umzugehen. Ein Urlaub in Österreich brachte mich aber innerhalb eines Tages dreimal datenschutztechnisch zum Nachdenken.

Morgens in irgendeinem Skigebiet, in einem Sportgeschäft einer großen Kette.

Ich will Ski leihen. Kein besonderer Wunsch eigentlich. Ich werde freundlich darauf hingewiesen, dass ich doch zuerst an den PC Terminals meine Daten eingeben muss und dann mit dem ausgedruckten Etikett erneut vorsprechen soll. Ok, das stellt mich nicht vor ein Problem, aber was man alles von mir wissen wollte nur um ein Paar Ski auszuleihen war schon enorm. Kurzum, alles, was es an personen- (-und figur) gebundenen Daten so gibt. Ich denke nicht dass diese Daten nur lokal gespeichert und für den Bonausdruck genutzt wurden. Es gab natürlich das obligatorische Häkchen mit dem “Ich erkläre mich damit einverstanden damit, dass meine Daten…” Ok, dachte ich, jetzt bekommst du dann die Ski. Weit gefehlt. An der Kasse musste ich erst mal meinen Personalausweis abgeben, der wurde wie eine EC Karte an der Kasse durchgezogen. Das habe ich in Deutschland auch noch nicht so in der Form erlebt. Auf die Frage wozu man das denn benötigt kam nur die Antwort: “Zur Sicherheit!” Aha, ok…

Naja, abends gehe ich dann in einem Supermarkt einer grossen bekannten Kette Österreichs mit der gelben Einkaufstüte. Ich kaufe ein, gehe zur Kasse und zahle bargeldlos. Bancomat wie das so schön in Österreich heisst. Ich stecke meine EC-Karte in das Lesegerät. Bevor ich irgendwie zu einer Zahlung komme, erscheint im Display: “Stammkundenabfrage durchgeführt”

Da das anscheinend negativ verläuft fragt mich die Dame an der Kasse ob ich Stammkunde werden möchte und schwärmt von den Vorteilen. Nein, möchte ich nicht. Mehr Daten braucht Österreich von mir nicht.

none

Na endlich, das ist wieder eine Meldung wie ich sie liebe! Herzlichen Glückwunsch an Judith Hartmann, die am 27.02.2008 als gehörlose Rechtsanwältin in Hamburg vereidigt wird.

Ich spare mir die Wiederholung der Kobinet Meldung, dort ist alles enthalten!

none

pocketbike.jpgWenn das mal keine Meldung ist. Von wegen die Polizei überaltert. Selbst die Polizeirentner sind noch fit genug!

Gestellter Pocketbike-Fahrer ließ sein Gefährt zurück und flüchtete

Ein pensionierter Polizist stoppte einen Pocketbike-Fahrer und stellte ihn zur Rede. Am Ende eines Wortgefechts schleuderte der Unbekannte sein Gefährt in Richtung des Ex-Polizisten und flüchtete.

Am Mittwoch kam es gegen 08:40 Uhr auf dem Rad-/Fußweg zwischen der Söderblomstraße und dem Concordienplatz zu einem Beinahe-Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Pocketbike-Fahrer. Der Radler, ein pensionierter Polizeibeamter, nahm die Verfolgung auf und konnte den Flüchtenden stoppen, als der Motor des Kleinmotorrads aussetzte. Es entwickelte sich ein Wortgefecht, an dessen Ende der mit Integralhelm „maskierte“ Unbekannte wütend sein Mini-Motorrad nahm und dem 69-Jährigen entgegen warf, ohne ihn zu treffen. Anschließend rannte der schwarz gekleidete etwa 180 cm große, schlanke Mann weg. Das Pocketbike stellten die ehemaligen Kollegen des Zeugen anschließend sicher. Das Fahren mit einem Pocketbike in öffentlichem Verkehrsraum ist ein Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und möglicherweise Fahren ohne Fahrerlaubnis.

none

Wie virtuell können reale Verluste sein? Ich werde eine Szene bei einem Barcamp in Köln nicht vergessen. Zwei Teilnehmer sitzen zwischen Sessions mit ihren Notebooks wortlos nebeneinander (Bildschirm an Bildschirm), tippen auf ihren Tastaturen und quälen das Touchpad. Das ganze dauert so ungefähr 15 Minuten. Auf einmal nimmt der eine sein Portemonnaie aus der Hose, öffnet es, nimmt Geld hinaus und gibt es wortlos dem anderen. Ok, das hat mich neugierig gemacht, darauf angesprochen zeigten sie mir, dass sie sich gerade in Second Life bewegen und dort ein Geschäft abgewickelt haben. Und der direkte Bargeldtransfer sei der einfachere Weg. Nicht alle die sich in Second Life bewegen sitzen aber zufällig nebeneinander, und so braucht man andere Möglichkeiten des Geldtransfers.

In einer virtuellen Welt kann man Geld ausgeben und auch verdienen. Und um Geldgeschäfte zu ermöglichen, muss natürlich auch eine virtuelle Bank existieren.

Bei einer solchen Bank muss nicht immer alles glatt gehen…

” Seit mehreren Monaten habe ich Lindendollars, die gängige Währung in Second Life (in reale Dollars eintauschbar und damit durchaus mit realen Wert), auf der XYZ Bank eingezahlt. Betrieben wird diese durch “XYZ4711″. Seit zwei Monaten war keine Auszahlung des Guthabens mehr möglich, darum habe ich den Besitzer mehrmals im SL eigenen Chat angeschrieben, aber nie eine Antwort erhalten. Es war aber weiterhin eine Einzahlung möglich.
Gestern wurde von dem Besitzer der Bank bekannt gegeben, dass jemand seine Seite (nicht SL) gehackt hätte und alle Daten der Kontobesitzer verloren seien. Darum hat er das Geld einer Wohltätigen Organisation gespendet.”

one

Als hobbymäßiger Fotograf habe ich in der Vergangenheit regelmäßig Führungen über die Dächer des Kölner Doms organisiert. Fachkundige und interessierte Teilnehmer habe ich immer in der Fotocommunity gefunden. Verdient habe ich daran nichts, aber so eine Community lebt ja von anderen Dingen. Die Eindrücke und Einsichten die man auf den Touren erlangen konnte waren wirklich einzigartig.

Inzwischen war ich wahrscheinlich schon mehr als 20 mal auf den Dächern des Kölner Doms. Bei der letzten Führung passierte (ausgerechnet) mir ein Missgeschick. Aufgrund von Nässe rutsche ich im Rundgang (aussen am Dom) aus, stolperte und stiess mit meinem Ellboge6959541.jpgn in ein Fenster. Nein, nicht irgendein Fenster. Ein mittelalterliches Fenster aus Bleiglas, von innen handbemalt. Das alte dünne Glas gab sofort nach und zerbrach. Es entstand ein Loch von ca. 10 cm Größe. Ich informierte sofort die Mitarbeiterin der Dombauhütte, die dann die Führung beendete.

Zu Hause angekommen habe ich erstmal meinen Versicherungsordner, Rubrik “Private Haftpflichtversicherung” geöffnet. Das Telefongespräch mit der Hotline verlief ungefähr so:

GK: “Guten Tag, ich wollte einen Schaden melden.”
Versicherung: “Was ist denn passiert?”
GK: “Ich habe ein Fenster kaputt gemacht.”
Versicherung: “Wo war der Schaden, Ort und Postleitzahl?”
GK: “In Köln, 50677″
Versicherung: “Straße und Hausnummer?”
GK: “Domkloster 4.”
Versicherung: “Um was für ein Gebäude handelt es sich? Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Gewerbeobjekt?”
GK: “Hmmm, weder noch, eine Kirche.”
Versicherung: “Was für eine Kirche?”
GK: “Der Kölner Dom.”
…Stille… …Stille…
Versicherung (irritiert): “Äh, wie bitte, der Kölner Dom? Sie haben den Kölner Dom beschädigt?”
GK: “(leise) ja…., ein handbemaltes Bleiglasfenster aus dem Jahr 1860″
Versicherung (entsetzt): “Dann verbinde ich sie mal mit unserem Sachverständigen!”

Das Gespräch dauerte noch eine Weile, aber zu meiner Überraschung war meine Versicherung doch verdammt nett. Eine ganze Weile später kam dann die Rechnung, die meiner Versicherung zugestellt wurde. 10.000 Euro Schadenshöhe. 5.000 Euro Reparaturkosten und 5.000 Euro Wertminderung.

Die Frage nach der Bedeutung der Wertminderung konnte mir noch keiner beantworten, na ja, vielleicht plant man einen Verkauf des Kölner Doms. Seit dem habe ich keine Führung mehr organisiert, es solle erst “Gras über die Sache wachsen”. Man hat mir keine Termine mehr für Domführungen für Fotografen anbieten wollen. Wahrscheinlich stelle ich inzwischen für den Dom ein Risiko dar. Es war nicht der erste Vorfall….

3 com

Die Polizei dein Freund und Helfer. Ich verweise ja gerne für “contentarme” Zeiten auf das so genannte Presseportal der Polizei NRW. Da gibt es jeden Tag bis zum 300 Artikel. Vom Diebstahl einer Getränkeflasche aus einer Garage bis hin zum 6fach Mord gibt es wirklich alles. Hier mal eine kleine Auswahl von Meldungen der letzten drei Tage:

Na, habe ich euer Interesse geweckt? RSS und Filterung gibt es natürlich auch.

one

hya.jpgSag mir noch mal einer die Polizei würde überaltern. Ja und? 71 Jahre alt und dann noch nachts um drei Uhr bewaffnete Räuber in die Flucht zuschlagen ist schon extrem cool! OK, es war kein Polizist, aber trotzdem im “Sicherheitsgewerbe”.

In Hialeah (Miami/USA) hat ein 71jähriger Security Guard zwei bewaffnete Männer in die Flucht geschlagen. Zuerst hat er dem einen Täter die Waffe aus der Hand getreten und hat dann auf die flüchtigen Täter geschossen. Ok, ich gebe zu, auf dem Video sieht es eher so aus als wäre er auf seinem Stuhl eingedöst und hat nur unglaubliches Glück gehabt, aber ist allemal eine Meldung für den Bereich “Buntes”.

http://www1.wsvn.com/news/articles/local/MI68354/

none

Categories

sal

Blogroll