Notfall? Wann ruft man eigentlich wo an? Was bedeuten die verschiedenen Nummer, wann darf man den Notruf wählen und wann macht man sich strafbar wegen Notrufmissbrauch ( § 145 Mißbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln)?

Hier mal ein Überblick:

  • 110 – Notrufnummer der Polizei, kostenlos aus allen Netzen, 24 Stunden erreichbar
  • 112 – Notrufnummer der Feuerwehr, kostenlos aus allen Netzen,  24 Stunden erreichbar, über Handy auch noch ohne SIM Karte
  • 115 – Einheitliche Behördenrufnummer, gebührenpflichtig, noch in Planung, bestimmte Zeiten
  • 116 116 – Zentrale Anlaufstelle zur Sperrung elektronischer Berechtigungen, kostenlos aus allen Netzen,  24 Stunden erreichbar

Viele der o.a. Nummer sind auch für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderungen per Fax erreichbar. SMS ist wegen fehlender Übermittlung in Echtzeit nicht geeignet als Notfallmeldemittel. Die Feuerwehr der Schweiz (Genf) hat die Bedeutung ihrer Notrufnummer 118 in einem sehr gut gemachten Video präsentiert. Das ist Öffentlichkeitsarbeit nach meinem Geschmack.

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Wer braucht denn so was? Spätertaubte und Schwerhörige nutzen diesen Servie gerne. Persönlich habe ich schon einige Vorträge gehalten bei denen neben Dolmetschern für Gebärdensprache und einer Induktionsanlage auch Schriftdolmetscher anwesend waren.

Nichts gegen den Beruf des Schriftdolmetschens, aber als ich nachher das von mir gesprochene und durch die Dolmetscher verschriftete gelesen habe, war ich sehr erschrocken. DAS soll ich gesagt haben? Nie im Leben. Ohne den Schriftdolmetschern etwas zu wollen, so schnell wie Menschen sprechen kann man nicht mitschreiben.

Das habe ich jetzt eben mehrfach selber erlebt. Oder ich hatte einfach nur Pech mit den handelnden Personen. Davon gehe ich eher aus.

Jetzt kommt aber morderne Technologie hinzu. Spracherkennung. Ok, gibt es schon länger, aber die Erkennungsleistung ist in den letzten Jahren wie auch bei der Handschrifterkennung erheblich verbessert worden. Normal gesprochene Texte, nicht besonders langsam oder extrem artikuliert gesprochen werden mit einer an 100% grenzenden Genauigkeit erkannt und verschriftet.

Und genau hier sehe ich auch eine gute Einsatzmöglichkeit für Schriftdolmetschung. Wikipedia spricht zwar schon davon dass diese Möglichkeit im Einsatz ist, aber live gesehen habe ich es noch nicht. Wahrscheinlich lassen solche Entwicklungen Berufe wie Schriftdolmetscher in ihren Grundfesten wanken. Braucht man in fünf Jahre noch Schriftdolmetscher? Braucht man in fünf Jahren noch Schreibkräfte oder sprechen wie dann schon alle mit unseren PCs?

Ich finde es schön dass IT Menschen mit Behinderung immer besser unterstützen kann, aber IT Unterstützung hat auch Nachteile. Verbände befürchten z.B., dass taktile Fähigkeiten von blinden Menschen wie das Lesen von Brailleschrift mit den Fingern zurückgeht weil man es sich ja einfacher vorlesen kann. Schöne Zukunft?

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