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Nov
Folgende E-Mail erreichte mich zu dem Projekt: “Polizei im Umgang mit Menschen mit Behinderung”
“Als blinder Fußballfan stehe ich häufig im Kontakt mit Ihren Kollegen, aber von Kommunikation kann häufig keine Rede sein, da man auf gestellte Fragen keine Antwort erhält. Z. B. beim Spiel von Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Liverpool am 09.03.2005 fuhr ich mit dem RE von Leverkusen nach Köln zurück. Auf dem Kölner HBF standen mehrere Kollegen von Ihnen an der Treppe und richteten es so ein, dass man nur einzeln runtergehen konnte. Ich fragte mehrmals, was ich tun sollte, aber erhielt keine Antwort ein englischer Fußballfan mit Bierdunst schlug mir die Hand auf die Schulter und führte mich die Treppe hinab. Anschließend versuchte ich ein Taxi zu bekommen. Vor dem Bahnhof standen wieder Ihre Kollegen, die aus Sicherheitsgründen sich dort postiert hatten. Es gab quasi kein Durchkommen und mein “englischer Freund” war auch verschwunden, glücklicherweise gab es einen Passanten, der mir half. Nicht, dass Sie denken, ich sei wie die anderen Fans, ich gehe für mein Leben gern zum Fußball, habe aber mit den Auswüchsen wie Alkohol und Agressionen nichts zu tun. Deswegen wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Pojekt und vielleicht veröffentlichen Sie das Ergebnis.
Auch wenn es eigenartig klingt, blinde Menschen gehen auch zum Fußball und treffen sich mit ihren Begleitern an Bahnhöfen wie in meinem Fall, dass ich von Hürth alleine nach Leverkusen fahre und mich dort mit meinem jeweiligen Begleiter treffe. Wohl gemerk, dass sind wenige Fälle, aber gerade dort wo blinde Menschen alleine sich zu orientieren suchen und die Umgebung dies aufgrund der Lautstärke nicht zulässt ist es sehr schwer sich zurecht zu finden. Dies ist auch der Fall, wenn in Köln Großveranstaltungen im RheinEnergiestadion sind, wie z. B. Konzerte und man plötzlich von agressiven alkoholisierten Wolfgang-Petri-Fans umgeben ist und vergessen hat, dass der spielt, da sucht man das Weite, kann es aber selten, da die Situation unübersichtlich ist. Da lobe ich mir den Weltjugendtag, da ging alles viel unsichtiger zu.”

Ich denke im Projekt gibt es viel zu tun. In den meisten Fällen würde das Vorhandensein von ein wenig mehr Bewusstsein für Menschen mit Behinderung wahrscheinlich schon ausreichen.
- Published by Guido in: Barrierefreiheit Köln Polizei
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3 Responses to “Blinde Fussballfans”
Das wusste ich nicht. Das sind viele Dinge an die man so gar nicht denkt als einer der eben ganz normal sieht. Drücke euch die Daumen für euer Projekt. Ich denke deine Kollegen wissen das auch nicht. Aufklärung ist wichtig.
Ich bin mir nicht sicher, ob es in dem oben geschilderten Fall mehr an Unwissenheit oder guter Erziehung fehlte. Wenn ich sehe, dass ein blinder Mensch den Weg nicht findet oder sonst irgendwelche Probleme hat, dann gehe ich hin und frage, ob ich ihm helfen kann – ob der jetzt Fußballfan oder Pilgerer oder sonstwas ist. Das als Polizist nicht zu tun und sogar zu verhindern, dass er mit jemandem gemeinsam die Treppe hinunter geht, dürfte wohl auch in NRW unterdessen justiziabel sein, dank Landesgleichstellungsgesetz.
Hallo Guido,
blinde Menschen sind selbständiger als du denkst, es gibt sogar Blindenfussball. In Wikipedia ist das gut erklärt. Mit einem Ball der rasselt wird nach eigene Regeln gespielt. http://de.wikipedia.org/wiki/Blindenfu%C3%9Fball
Viele Grüße
Chris
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