Wäscheklammern?
Die erste Herausforderung des Barcamps München war die Wäscheklammer. Nur Genies können auf solche Ideen kommen. Der Zutritt zu den Konferenzräumen war auf exakt 168 Personen gleichzeitig beschränkt. Wie soll das die Security am Einlass kontrollieren? Ganz einfach, mit Wäscheklammern. Exakt 168 Wäscheklammern standen zur Verfügung. Jeder der reinging nahm eine und beim Verlassen gab man diese wieder ab.
Barcamps im Wandel
Alleine schon beim Empfang zeigten sich die Unterschiede. Wo das Registration Desk bei meinem ersten Barcampbesuch aus einer Rolle Klebeband und einem Filzstift für Namensschilder bestand, bekam man in München (Hallbergmoos) sein (Klebe-) Namensschild, seinen „eigenen“ WLAN Key und natürlich das Barcamp T-Shirt. Die Orga stimmte bis ins Detail. Respekt und Dank hierfür!
Mahlzeit
Erst später erfuhren wir zufällig, dass der Caterer eine Bio-Caterer ist. Das hat man auch geschmeckt. Ohne Mampf keine Kampf, also war die Grundlage für geistige Höchstleistungen in Vollendung gegeben. Der Caterer zeigte sich erstaunt, dass viele ihre Teller auch wieder zurücktragen wollten, das waren sie nicht gewohnt. Barcamper sind eben gut erzogen. Die Bierzeltgarnituren hatten standesgemäß Stofftischdecken und waren immer gut bestückt mit Softdrinks. Benutztes Besteck, Gläser und Teller wurden in Windeseile abgeräumt. Persönlich denke ich nicht dass Barcamps serviceseitig ein so hohes Niveau brauchen, aber es ist doch „nice to have“. Bio Eis von Heatly Planet ist ein Gedicht, ihr dürft gerne wiederkommen und Saft von Walther’s gehört ja inzwischen zum Barcamp wie Franz zur Orga. Schade nur dass Kirstin nicht selber anwesend war. Naja, next time!
Sessions
Die Sessions die ich besucht habe, waren allesamt sehr interessant, unterhaltsam (Danke an Till für die coole Zauber-Session, die Karte von Romeo und Julia liegt auf meinem Schreibtisch) und aufklärend. Ich habe an den zwei Tagen wieder viel gelernt, habe viele nette Menschen kennengelernt und habe Ideen bekommen bei denen es mir unter den Nägeln brennt diese auch mit Polizei zu verheiraten. Leider waren wieder viele gute Sessions zeitgleich, aber so ist das eben. Das Thema Video war leider stark unterrepräsentiert um die Sessions im Nachhinein noch mal anzuschauen.
Den Sonntag habe ich genutzt zwei Sessions anzubieten, eine Session zum Thema Polizei und Angst, die zweite zum Thema Barrierefreiheit und warum fast alle Gründer eine große Zielgruppe vergessen.
Polizeisession
Die Polizeisession war in Teilen mit plakativen Beispielen übertrieben dargestellt und extrem provozierend. Ich möchte dass man Themen im Bezug auf Polizei und Internet nicht auf einem relativ oberflächlichen Stammtisch-Bild-Niveau diskutiert. Ich möchte, dass man sich die Gesamtzusammenhänge vor Augen führt, sich die politischen Grundlagen solcher Entscheidungsprozesse aneignet und für sich selber erst mal ausführlich recherchiert. Nur wenn jemand einmal die Internetseite der Polizei NRW besucht hat muss er doch keine Angst haben wenn er demnächst nach Amerika fliegen möchte. Wer sich an Recht und Gesetz hält hat nichts zu befürchten!
Im zweiten Teil habe ich kurz erläutert warum die Polizei das Web 2.0 erfunden hat (nicht ganz ernst gemeint…) und dass Polizei doch sehr innovationsfreudig ist auch wenn das öffentliche Bild das nicht so sehr wahrnimmt.
Session Barrierefreiheit
Die Session zum Thema Barrierefreiheit war ein kurzer Abriss der Grundlagen. Was bedeutet Barrierefreiheit, was bedeutet Behinderung, wie surfen Menschen mit Behinderung im Internet und warum kann gerade diese Zielgruppe für mein Startup wichtig sein. Wenn man startet oder gründet, sollte man sich vorher in das Thema einarbeiten dann gibt es auch keinen finanziellen Mehraufwand. Wenn Programmierer später alles „heilen“ sollen wird es schwerer und aufwändiger.
Fazit
Alles in allem ein schönes Barcamp-Wochenende an einem goldenen Oktobertag im schönen Bayern! Vielen Dank an das Orgateam! Zum Thema Noshows sollte ich mich mal mit Henning zusammentun und überlegen, wie wir Noshows virtuell verfolgen… ;-)