In meiner Session auf dem zweiten Kölner Barcamp habe ich so die nachwachsende Generation von jungen “Internetjunkies” genannt. Wobei “Junkie” – also ein im fortgeschrittenen Stadium abhängiger Mensch – wohl übertrieben ist, es ist eher eine neue Generation der intensiv Kommunikations- und Interaktionsmedien nutzenden Menschen. Sicherlich hätten einige davon bei einem plötzlichen Stromausfall ein Problem…

Menschen in meinem Alter nennt man z.B. Computernutzer mit Migrationshintergrund, die Generation unserer Väter nennt man Silver Surfer, also muss es für die nächste Generation (die nicht mehr weiss was eine IP ist  :-) und bedeutet) auch einen Namen geben.

Ich bin für Native Surfer!

Und ihr? Diskutiert mit mir am 18.09.2007 von 16.00 bis 17.00 Uhr auf Politik Digital. Fragen könnt ihr aber auch schon jetzt eintragen und abstimmen (Achtung, auf dieser Seite stimmt das Datum nicht…).

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Geotargeting ist en vogue, zu Werbezwecken wird es gerne genutzt. Jetzt frage ich mich, wie würde es wirken, wenn Polizei in Zeiten der Diskussionen um Onlinedurchsuchung Geotargeting als Hilfsmittel nutzt?

Beispiel: Jemand aus dem Raum Köln surft bei der Polizei NRW vorbei und erhält über Geotargeting (sprich regionale Auswertung seiner IP) ermittelt direkt die Infos die er (vielleicht) gerne hätte. Pressemeldungen, Fahndungen, Hinweise und Termine aus “seiner” Region.

Nix schlimmes also, sondern nutzerorientierer Content. Wie weit soll die Unterstützung beim Surfen gehen? Betreutes surfen oder lieber wildes Suchen? Was denkt ihr? Abschreckend oder hilfreich?

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Das Ziel meiner Session war ganz einfach. Bewusstsein schaffen, mit Vorurteilen aufräumen und ein wenig sensibilisieren. Was macht ein Polizist auf einem Barcamp? Diese Frage habe ich an diesem Wochenende öfter beantwortet. Teilnehmen, ganz einfach. Nein, niemanden kontrollieren oder auf die Finger schauen.

Polizei ist nicht böse, genau so wenig wie das Internet.

In meiner Session habe ich zunächst kurz erläutert, dass Polizei nicht einfach so eine Internetseite ins Netz stellen darf, sondern dass bestimmte Gesetze (BGG, BITV etc.) auch im Internet für uns Anwendung finden. Das bedeutet kurz gesagt dass wir versuchen möglichst vielen Menschen unser Angebot zugänglich zu machen. Blinde, gehörlose und motorisch eingeschränkte Menschen surfen genauso im Internet und wollen teilhaben.

Die Polizei hat das Web 2.0 erfunden

Danach habe ich die gewagte These aufgestellt, dass die Polizei das Web 2.0 erfunden hat. Nein, haben wir natürlich nicht, nur hat Polizei seit Jahren schon Anwendungen und Prozesse, die sich jetzt im Internet als Web 2.0 Applikation wiederfinden. Hier einige Beispiele:

Fotoportale

Hat Polizei schon lange, nur sind die Fotos ein wenig eingeschränkt. Von vorne, schräg von der Seite und von der Seite werden die so genannten Dreiteiler digital gefertigt und genauso digital im Rahmen einer Wahllichtbildvorlage Opfern von Straftaten gezeigt. Die Kommentarfunktion beschränkt sich allerdings auf „der/die war es“ oder „der/die war es nicht“

Videoportale

Videos hat und bekommt die Polizei natürlich viele übersandt. Sei es aus Geldautomaten wenn nicht gerade der Karteninhaber von einem Konto Geld abhebt oder auch wie im Fall des 6fach Mordes in Duisburg aus anderen Überwachungskameras. Oder auch aus den Videoeigensicherungssystemen der Polizeiwagen, die digital auf PCMCIA Festplatte speichern.

Livestream

Hat die Polizei bei jeder größeren Veranstaltung aus der Luft, vom Wasser oder auch zu Lande. Die Einsatzleitung kann ja nicht immer vor Ort sein und so müssen auch bewegte Bilder zur Einsatzleitung.

Podcast

Macht zum Beispiel die Polizei Bonn sehr erfolgreich zu verschiedenen Themen.

Videocast

Dazu haben wir in vielen Behörden um z.B. eine der jüngsten Zielgruppen zu erreichen eine Polizeipuppenbühne. Ein Beispiel findet man bei der Polizei Bonn im Internet.

Twitter

Hat Polizei doch schon seit Ewigkeiten. Unsere Leitstellen wissen immer welche Einsatzmittel (so nennt man die Streifenwagen, die Motorradfahrer, die Fußstreifen du alle anderen für Einsätze zur Verfügung stehenden Polizisten) sich gerade wo aufhalten und was sie machen. Dazu haben Fahrzeuge ein so genanntes CFMS – Computerunterstütztes Funkmeldesystem (ok, ich gebe zu der Name ist nicht so schön wie Twitter…), mit dem über bestimmte Zahlen und Buchstabenkombinationen dann über Funk der jeweilige Status durchgegeben und im Computer protokolliert wird. Und so weiß die Leitstelle immer Bescheid.

Blog

So richtige Blogs hat Polizei nicht. Es gibt aktuell nur privat bloggende Polizisten. Aber als Alternative biete ich z.B. das Presseportal der Polizei NRW an. Dort werden in der Endausbauphase (Ende 2007) bis zu 500 Meldungen am Tag eingestellt. Vom Unfall mit Fahrradfahrer bis zum Mord findet man da alles drin. Wenn euch also mal der Content ausgeht, hier ist eine wahre Fundgrube. Natürlich auch bequem über RSS Feeds (mit verschiedenen Filtern) zu abonnieren.

Google Maps

Und natürlich andere vergleichbare Dienste. Seit es Landkarten gibt werden die auch von Polizei zu Analysezwecken eingesetzt. Früher wurden diese auf Karton aufgeklebt und Unfallbrennpunkte und anderes wurden mit Stecknadeln (verschiedene Farben du Kopfgrößen) gekennzeichnet. So hatte man visuell schnell einen Überblick wo Handlungsbedarf entsteht. Als neue Möglichkeit könnte ich mir vorstellen, dass im Rahmen der Unfallprävention z.B. gefährliche Strecken für Motorradfahrer in Google Maps/Earth mit Hinweis auf tödlich verunglückte Motorradfahrer gekennzeichnet werden.

Fingerabdrücke

Nehmen wir nicht mehr mit schwarzer Farbe sondern inzwischen auch voll digital über spezielle Scanner. Spart Zeit und macht Finger nicht mehr schwarz.

Interaktion

Um z.B. Polizeibeamte auf Einsätze im Ausland vorzubereiten, gibt es ein interaktives Lernprogramm im Internet um sein Englisch zu testen und zu trainieren. Einfach mal reinschauen. Im Zweifel den Funkjoker setzen.

Bewerbung

Wäre ich eigentlich geeignet Polizist zu sein? Diese Frage kann man auch interaktiv im Internet beantworten. Ein Selbsttest checkt die Anforderungen. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, kann man sich natürlich online bewerben.

Internetwache

Seit geraumer Zeit unterhält die Polizei NRW eine rund um die Uhr besetzte Internetwache. Vorbeischauen und bookmarken lohnt.

Fragen?

Und wenn ihr noch Fragen habt, fragt mich oder eure Polizei vor Ort. Die Themen die ich in der Session vorgestellt habe und die nicht heir erscheinen, findet ihr in älteren Beiträgen meines Blogs.

2 com

Das zweite Kölner Barcamp startete am 18. und 19.08.2007. Dank einer perfekten Organisation von Franz Patzig, Sascha Aßbach und Nicole Ebber stimmte alles. Hierfür meinen vollsten Respekt und herzlichen Dank.Das Vorglühen begann am Donnerstag Abend bei der Pl0gbar, es folgte die Preparty Freitags im Lichterfeld und dann startete das eigentliche Event Samstag und Sonntag in den Räumen von QSC.Barcamptypisch spielte es überhaupt keine Rolle was man tolles auf der Visitenkarte stehen hat, wie alt man ist oder ob man auch offen zugibt arbeitssuchend zu sein, die Community steht auf einer Stufe. Hierarchische Unterschiede gab es nicht, die Themen zählten. Es muss nicht immer einer den großen Vorturner spielen und alles moderieren, das Konzept Barcamp ging wieder mal auf. Um an Wissen zu gelangen, produktiv Erfahrungen auszutauschen oder eigene Ideen zu diskutieren muss man nicht immer drei- bis vierstellige Summen auf den Tisch legen. Es geht anders! Und ich gebe zu…. ich bin ein Barcamp-Fan!In Köln stimmte wieder einmal alles. Das Wetter, die Location, die Leute, das WLAN (danke an das tolle QSC Team!), die Verpflegung, die Sessions und natürlich die Stimmung. Über meine Session werde ich noch bloggen. Morgen denke ich…

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Die Polizei NRW setzt in einem bundesweit einmaligen Projekt auf Videos, die in schockierender Weise die möglichen Folgen von Fehlverhalten im Straßenverkehr aufzeigen. Egal ob das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes oder andere “Selbstverständlichkeiten”, Verkehrsteilnehmer werden verstärkt durch den Einsatz von Videos aufgeklärt. Gut gemachte Videos aus der ganzen Welt kommen zum Einsatz.Hier ein paar Videos die in eine ähnliche Richtung gehen:

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Ring frei? Auf der einen Seite steht der frei erhältliche Nessus basierte Security Scanner, den man auf der Homepage des BSI herunterladen kann, auf der anderen Seite der am 11.08.2007 in Kraft getretene “Hackerparagraph” § 202 c StGB.

Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten
(1) Wer eine Straftat nach § 202a oder § 202b vorbereitet, indem er 
1.  Passwörter oder sonstige Sicherungscodes, die den Zugang zu Daten (§ 202a Abs. 2) ermöglichen, oder
2.  Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) § 149 Abs. 2 und 3 gilt entsprechend.

BOSS sieht sich so:

Die BSI OSS Security Suite (BOSS) ist ein einfach zu bedienender NESSUS-basierter Security-Scanner mit deutschsprachiger grafischer Oberfläche. BOSS kann nicht nur die Sicherheit beliebiger Rechner im Netzwerk überprüfen, sondern auch lokale Prüfungen auf GNU/Linux-Rechnern zentral gesteuert mittels verschiedener OSS-Sicherheitstools durchführen.

und jetzt? Macht BOSS bei näherem Hinsehen nicht genau das was §202c StGB verbietet? Hier ein Auszug der Produktbeschreibung des BSI:

“…Durch den entwickelten SLAD verfügt Nessus jetzt über die Möglichkeit Ziel-Systeme auch intensiv von innen her auf Schwachstellen oder gar bereits erfolgreiche Angriffe zu prüfen. Die zentrale, vereinfachte Steuerung und Auswertung vereinfacht damit das organisationsweite Sicherheitsauditing fundamental. Es werden für das Aufspüren von Sicherheitsproblemen in der behörden- bzw. der unternehmensweiten Informationstechnik neue Maßstäbe gesetzt….” 

Hmmmm…. Legales Hacking? Was macht denn jetzt mehr Sinn? Ein in Stein gemeißeltes Gesetz oder ein Tool welches vom BSI empfohlen wird um sich selber zu schützen?

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Klappern gehört zum Handwerk. Tue gutes und rede darüber…

Natürlich betreibt die Polizei eine professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Hersteller und Firmen aber auch. Und für die ist Polizei ein Aushängeschild. Die richtigen Ideen in Verbindung mit Polizei gebracht ist immer was für die Presse. Eine billigere Werbung kann man nicht haben. Und so haben viele Unternehmen ein großes Interesse daran Polizei als Kunden zu gewinnen.

Die Marke Polizei geniesst ein großes Vertrauen und das können Unternehmen natürlich auf ihrer Referenzseite gut gebrauchen. Und da kann es schon mal vorkommen, dass auf den ersten Fotos einer neuen blauen Uniform auf der rechten Brusttasche POLIZEI steht und auf der linken genau so groß der Name des Herstellers

Hier einige Beispiele von Tests, Testgestellungen oder Pilotversuchen:

Viel kürzer fällt dagegen die Liste derer aus, die mit Polizei missglückte Projekte durchgeführt haben. Darüber spricht man natürlich nicht gerne. Aktuellstes Beispiel ist hier der Test der biometrischen Überwachung (”Fotofahndung”) am Mainzer Hauptbahnhof. Schön finde ich dass man offen über das Thema spricht, Biometrie ist eben in diesem Feld noch nicht so weit wie Polizei es wünscht. Aber das kann ja auch ein Ergebnis eines Tests sein. Und an solchen Ergebnissen müssen dann eben Hersteller und Wissenschaft arbeiten.

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Myspace hat inzwischen 29000 vorbestraften (also bekannten, verurteilen und somit registrierten) Sexualstraftätern den Zugang gesperrt. Respekt. Wenngleich die Zahl ja besorgniserregend hoch ist, zeigt sich hier auch die eigene Verantwortung der Betreiber von Communities aller Art.

Polizei kann nicht überall sein, gerade virtuell ist Polizei auf die Hilfe der Betreiber angewiesen. Die Idee von Myspace, eine eigene Datenbank anzulegen und der Polizei regelmäßig zu berichten ist zwar auf Druck der Justizbehörden entstanden, sollte aber Schule machen.

Grundsätzlich sollte man bei jeder (Startup) Idee, egal in welche Richtung sie auch geht, immer an die Missbrauchsmöglichkeiten denken.

Biete ich Menschen die ich eigentlich nicht in meiner Community haben möchte trotzdem eine Plattform? Und wenn ja, kann ich versuchen das technisch oder organisatorisch zu verhindern? Wie wäre es mit einem Gespräch mit Experten der Polizei? Was passiert wenn ich auf einmal in die Verantwortung genommen werde?

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Wer immer schon mal etwas genauer wissen wollte wie eigentlich ein Mauszeiger funktioniert, der klickt auf den 1-Click-Award. Gut gemachte Animation, einfach mal den Mauszeiger was bewegen und klicken.

Update 28.10.2007: Die Animation wurde geändert, trotzdem sehenswert….

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Culture of Discipline at CPDRC” – so nennt sich das neue Programm des Cebu Provincial Detention and Rehabilitation Center (CPDRC), einem Gefängnis auf den Philippinen. Byron Garcia, der innovative Sicherheitsberater oder der Detlef D der Cebu Provinz hatte den Einfall die Gefangenen auf andere Weise zu motivieren. Inzwischen sind die Gefangenen stolz durch Youtube und co so bekannt geworden zu sein.


Michael Jackson Thriller Performance im CPDRC – MyVideo

Und ich muss sagen, es sieht schon klasse aus wenn 1500 Gefangene in Uniformen zu Michael Jacksons “Thriller” tanzen. Man sollte sich unbedingt auch die Hintergrundgeschichte und ein paar andere Videos (Radio GagaSister ActIn the Navy – YMCABebot) ansehen. Ich frage mich, wann der erste Rapper auf die Idee kommt seine teuren Tänzer gegen die 1500 Mann starke CPDRC Dance Company einzutauschen und stilecht im Gefängnis zu drehen. Ich bin mir sogar sicher dass die örtlichen Behörden da mitspielen würden.

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