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29
Nov
Früher hatte jeder Ort “seinen” Dorfsheriff. Das waren Polizisten, die meistens auch in dem Bereich für den sie zuständig waren wohnten. Ihren Dienst versahen sie in so genannten Polizeiposten und kannten ihre “üblichen Verdächtigen”. Sie waren zu Fuß, mit Streifenwagen, dem Fahrrad oder sogar öffentlichen Verkehrsmitteln auf Streife.
Das war früher. Polizei war analog, Anzeigen wurden mit Schreibmaschinen geschrieben, VW Käfer reichten als Streifenwagen aus und “übliche Verdächtige” hatten noch so etwas wie eine Ganovenehre.
Heute ist ein solches Szenario denkbar:
(G – Geschädigter): “Ich möchte einen Diebstahl anzeigen.”
(P – Polizist): ” Was ist denn gestohlen worden?”(G): “Mein Grundstück!”
(P): “?? Ihr Grundstück? Wie kann man denn ein Grundstück stehlen?”(G): “Ja, ich habe mir letzten Monat ein 540 Quadratmeter großes Grundstück in Second Life gekauft, das ist mir jetzt gestohlen worden.”
(P): “In welchem Land liegt denn Second Life?”
………
Das könnte man jetzt noch seitenweise weiterspinnen. Nicht nur Gesellschaft verändert sich, Polizei verändert sich, Kriminalität verändert sich, Kultur verändert sich. Sprache verändert sich und das Leben vieler Menschen wird zunehmend virtueller.
Was kann Polizei tun um in dieser neuen Kultur erreichbarer zu sein, was kann Polizei tun um virtuell präsenter zu sein? Reichen reine Internetpräsenzen aus? Lohnt es überhaupt noch Papier zu bedrucken und zu verteilen? Sind Services wie eine Onlinestrafanzeige noch zeitgemäß oder muss Polizei noch weiter gehen? Brauchen wir einen allgegenwärtigen Polizei-Avatar, eine Art Dorfsheriff 2.0, der rund um die Uhr virtuell ansprechbar ist?
- Published by Guido in: Internet Polizei Web 2.0
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