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Schrauberkurs bei Abenteuer 4×4

Ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk meiner Frau, sie hat mir einen Schrauberkurs für Anfänger- und Fortgeschrittene Defender Schrauber geschenkt. Da der Kurs unweit der Familie in Bayern stattfindet, haben wir das Ganze mit einem Wochenende Bayern verbunden.

Sehr schwermütig begab ich mich OHNE Defender (Werkstattaufenhalt wegen LLK) auf den Weg nach Bayern. Schrauberkurs ohne Defender – da sind ja die Sprüche vorprogrammiert. Naja, zum Glück war ich nicht der einzige ohne Defender…

Abenteuer 4×4 habe ich ja bereits schon diverse Male kennengelernt, aber bislang nur von „Hardware“ und bin von den Produkten sehr überzeugt. So war dann meine Erwartungshaltung an den Kurs sehr hoch.

Enttäuscht wurde sie nicht, im Gegenteil. Ich habe wirklich verdammt viel gelernt. Um es direkt vorweg zu sagen, Schrauben lernt man nicht in einem Eintageskurs. Aber man lernt vor allen Dingen eins: Seinen Defender kennen und verstehen. Dos und dont’s, Empfehlungen und Warnungen, Tipps und Tricks von Profis.

Zunächst kam der dringliche Hinweis an alle: „Gebt euren Autos Namen! Baut eine emotionale Verbindung zu euren Autos auf!“ – Dann fällt vieles leichter, vor allen Dingen das Verzeihen. Als Anschauungsobjekt diente Elmo, der schon lange karrosserielos sein Dasein in der gemütlichen Werkstatt fristet. Wenn man dann Elmo so sieht, versteht man, warum ein Defender nichts anderes ist als eine Kutsche aus Metall mit einem Leiterrahmen.

In liebevoller, lustiger und hingebungsvoller Art und Weise wurde dann die Funktionsweise der einzelnen Bauteile eines Defenders erklärt. Achsen, Längslenker, Stoßdämpfer oder Federn und immer ganz wichtig das Zusammenspiel der Komponenten. Warum man nicht einfach nur Höherlegungsfedern einbauen sollte, sondern immer schauen muss, welches andere Bauteil auch betroffen ist, wie z.B. die Stoßdämpfer, Längsdämpfer oder eben der Panhardstab.

Welches Zubehör kann man sich sparen, welches Metall verträgt sich nicht miteinander (und das gerade bei einem Defender), warum Edelstahl nicht immer die beste Wahl ist und warum man das Thema Buchsen nicht vernachlässigen sollte.

Toll waren aber die praktischen Übungen, in denen anschaulich erklärt wurde wie man sich in einer Notsituation helfen kann, was ist wenn, wie helfe ich mir auch ohne ein passendes Spezialwerkzeug und was soll man eigentlich auf einer langen Tour an Werkzeug mitnehmen. Ich glaube die meisten waren nach dem Maßstab der Profis overequipped…

Warum sollte man nicht immer verstärkte Teile als Ersatz einbauen – ganz einfach, weil dann das nächste damit in Verbindung stehende Teil das schwächste Glied in der Kette ist und der Austausch in der Regel deutlich schwieriger und kostenintensiver ist. Manchmal muss man eben genau diese Teile opfern.

Wenn man nicht aus Bayern kommt – wie ich – und der bayrischen Sprache nicht ganz so mächtig ist (ok, bin ich zum Glück sehr gut), dann könnte man bei dem Kurs schon mal den ein oder anderen Begriff nicht verstehen, es war ein Schrauberkurs mit deutlichen Dialektanteilen… In diesem Sinne, wenn man eine Panne hat, wichtigste Regel: „Trinkst erst oima a Beruhigungshoibe, dann fängst o!“

Die Pausengespräche zum Fachsimpeln und Defenderbestaunen waren echt nett, das Essen hätte ich mir etwas rustikaler gewünscht. Zumal das Wetter sehr schön war, wäre Grillen die coolere und stilechtere Alternative gewesen.

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