Betrieb, Wartung und Service
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Bremsbeläge wechseln

Hinterachse mit neuen Belägen

Bei der letzte Woche durchgeführten Hauptuntersuchung meinte der Prüfer wahrscheinlich wären die Bremsbeläge hinten schon etwas abgenutzt, ich solle das im Auge halten. Brauchte ich gar nicht im Auge halten, die akustische Verschleissanzeige machte sich gestern bemerkbar. Ein leicht wahrnehmbares Schleifgeräusch beim Bremsen. Nicht gut. Eisen auf Eisen? Ja, leider… Das Geräusch kam von der Hinterachser, aber wenn wollte ich direkt beiden Achsen in einem Aufwasch tauschen.

Also nicht lange gefackelt, Bremsbeläge in Düren bei Lewin gekauft (vorne und hinten sowie Montageset) für zusammen 60 Euro, dazu noch zwei Dosen Bremsenreiniger und etwas Paste für die beweglichen Teile beim Teilehändler des Vertrauens für 11,50 Euro.

Dann kam der erste Echteinsatz des bordeigenen Wagenhebers. Von dem bin ich ja echt begeistert, macht genau das was er machen soll, hebt das Auto und lässt sich leicht bedienen. Da ich ihm etwas misstraut habe, habe ich vorsichtshalberweise noch zusätzlich unterlegt.

An Werkzeug benötigt man für den Tausch nur eine Drahtbürste (kam fast gar nicht zum Einsatz, sah alles noch sehr gut aus), eine Spitzzange für die Sicherungssplinte und einen Schraubendreher. Den Wagen angehoben, das erste Rad mit dem bordeigenen Schlüssel demontiert, den Deckel vom Bremsflüssigkeitsbehälter abgedreht und mit Lappen gegen auslaufende Flüssigkeit gesichert und los geht’s.

Die alten Sicherungssplinte werden gerade gebogen und entfernt, dann lassen sich die Bolzen und Federn leicht herausziehen. Die Bremskolben (hinten ist ja nur eine normale Bremsscheibe mit einem Kolben, vorne sind innenbelüftete Scheibenbremsen mit zwei Kolben) zurückdrücken, ich bin da ein Freund der ganz klassischen Wasserpumpenzange, bis man die alten Bremsbeläge leicht entnehmen kann. Dann Beläge raus und noch die Kolben noch mal ganz zurückdrücken. Säubern und neue Bremsbeläge rein, neue Bolzen und Federn rein (hintern einfacher als vorne). Neue Sicherungssplinte einsetzen und verbiegen. An der Vorderachse gibt es zusätzlich noch eine Erschwernis durch eine zusätzliche Feder, ist ein wenig Fummelei bis man die beiden Bolzen damit sauber wie vorher verbunden hat, ich habe mir mit einem Schraubendreher geholfen. Vorne sind die Enden der Bolzen mit den Sicherungssplinten an der Innenseite, was auch ein wenig aufwändiger ist, aber trotzdem locker machbar.

Zum Schluss den Deckel auf den Bremsflüssigkeitsbehälter wieder festschrauben, ein paar Mal das Bremspedal treten bis sich der Druck wieder aufgebaut hat und das war’s. Nach ein paar Kilometern noch mal die Radmuttern prüfen. Ich bin achsenweise vorgegangen, erst die Hinterachse (weil daher das Schleifgeräusch kam), dann die Vorderachse.

Vom Verschleiss her war vorne noch fast die Hälfte des alte Belages vorhanden, an der Hinterachse gab es eine seitliche Differenz. Beifahrerseite beidseitig der Bremsscheibe noch ca. 2mm Belag vorhanden, auf der Fahrerseite war die Bremsscheibe schief abgenutzt und teilweise schon ganz leicht Eisen auf Eisen.

Alles in allen war ich in gemütlichen zwei Stunden einschließlich Probefahrten (zwischen Vorder und Hinterachse sowie nach beiden Achsen) fertig.

 

3 Kommentare

  1. Thomas Königshofen sagt

    Sehr anschaulich, das macht Mut, nicht für alles den Weg zum Freundlichen anzutreten…. Danke!

  2. Hallo Guido,
    eine sehr ausführliche Bebilderung. Ich darf demnächst auch zusätzlich die Scheiben hinten wechseln.
    Weiterhin gute Fahrt,
    Bernd

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