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Defender und cw-Wert

Das Thema hat wahrscheinlich kein Defenderfahrer oder Interessent vor Augen. Trotzdem habe ich zuletzt trefflich darüber diskutiert. Dass der Defender einen cw-Wert (oder in der Langform Strömungswiderstandskoeffizient, Widerstandsbeiwert) wie eine offene Garage hat war mir ja klar, beim Energielabel hat der Defender ein G. Schlechteste Klasse, wie zu erwarten, wenig effizient. Ein Fahrzeug über 2 Tonnen mit einem cw-Wert von 0,62 (110er SW, 0,65 – 90er, 0,71 – 110er CC  – Alle cW Werte der Defender hier: technisches-datenblatt-land-rover-defender) ist eben schwer unter 10 Liter zu bewegen. In Gesellschaft befindet man sich mit Hummer H2 und wird nur noch von einem deutlich leichteren Fahrzeug übertroffen, einem Lotus Super 7.

Aber warum muss man den Defender noch schlechter machen? Ich bin ein Freund von innovativen Lösungen. Über das Thema Dachgepäckträger kam ich in die Diskussionen. Die „herkömmlichen“, klassischen Dachgepäckträger bringen einen Mehrverbrauch von einem Liter auf hundert Kilometer – bei normalen Fahrzeugen. cw_Wert_defenderBei 20.000 Kilometer pro Jahr und einem Dieselpreis von einem Euro entspricht das 200 Euro. In fünf Jahren (und ich denke beide Komponenten halten deutlich länger) schon über 1000 Euro. Sparpotential! Fraglich ist für mich ob sich der serienmäßig schon sehr schlechte cw Wert bei einem Defender noch mehr verschlechtern kann. Dazu findet man natürlich weder bei Automobilclubs noch bei Autozeitschriften Informationen. Deshalb würde ich es vorsichtig formulieren und sagen, dass sich der schlechte cW Wert des Defenders bei extremen Aufbauten zu einem sehr schlechten verändert und man ohne Sprit und somit Geld einsparen kann.

Innovative Lösungen können hier helfen. Ich spreche jetzt nicht von einem beladenen Träger, sondern nur von dem nackten Träger auf dem Dach. Dass jeder Dachgepäckträger im beladenen Zustand mehr Verbrauch verursacht ist klar (hier spricht man teilweise von bis zu vier Litern Mehrverbrauch bei „normalen“ PKW). Ich denke dass die meisten Dachgepäckträger den größten Teil der Jahresfahrleistung ohne Gepäck zurücklegen. Für mich ein Argument mehr die verschiedenen Anbieter detailliert zu vergleichen.

Am Markt habe ich nur eine Lösung gefunden, die den cw Wert nur in einem sehr geringen Maße negativ beeinträchtigen dürfte, das ist die „zweite Dachhaut“. Es wird also ein zweites Verstärkungsblech mit Halterungen (in der Regel Airlineschienen) auf das Dach montiert. Es gibt die einfachen die nur die gerade Fläche zusätzlich bedecken und die aufwändigere, die auch die Rundung mit berücksichtigen. Zwei Anbieter bauen das, Abenteuer 4×4 als einziger deutscher Anbieter.

Neben dem cw Wert ist diese Lösung auch von Vorteil wenn es im Alltag um die Höhe geht. Als Innenstadtbewohner einer Millionenstadt steht mein Defender mit gemessenen 2,14 Metern an der hinteren Dachkante in einer Tiefgarage mit 2,20 Metern Einfahrtshöhe. Jeder normale Dachgepäckträger würde mir hier ein Problem bereiten. Ein zusätzliches Blech auf dem Dach mit Haltern hingegen nicht.

 

2 Kommentare

  1. Andreas Selling sagt

    Lieber Guido,

    was Sie schreiben, ist – wie immer – absolut richtig und gut recherchiert.

    Ich habe nur einen Einwand: Wer sich einen Defender kauft, entscheidet sich natürlich bewußt für ein „klassisches“ (manche würden sagen: „altmodisches“) Fahrzeug. Und an einem klassischen Fahrzeug sieht vielleicht ein ganz klassischer Dachträger immer noch am besten aus. So wirken z.B. auch moderne LED-Tagfahrlichter an einem Defender m.E. immer etwas befremdlich.

    Aber dies ist kein Widerspruch zu Ihren Aussagen. Lediglich ein ergänzender Aspekt. Ich freue mich auf Ihren nächsten Beitrag, und ein bißchen mehr freue ich mich auf meine Defender-Korsika-Reise, die am Donnerstag startet 😉

    Beste Grüße

    Andreas

    • guido sagt

      Hallo Andreas,
      das stimmt, das klassische Design passt von der Optik am besten! Viel Spaß auf Korsika!
      Viele Grüße aus Köln
      Guido

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