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Reisebericht Sardinien 2013

sardinien_01Ende Oktober 2013 ging es für zwei Wochen mit dem Defender nach Sardinien. Eine super Reisezeit, sehr konstantes Wetter mit deutlich über 20 Grad und Sonnenschein begleitete uns auf der ganzen Insel.

Überfahrt / Fähresardinien_02
Die Überfahrt mit Moby Lines von Livorno nach Olbia gestaltet sich wenig spektakulär, für den Transport von Lebensmittel auf und von der Insel sollte man nur beachten dass es in den Parkdecks wegen Maschinenraumnähe schon mal deutlich über 40 Grad sind. Die Kabinen sind zweckmäßig, da es Nachsaison war auf dem Schiff nicht wirklich viel los und nicht alle Einrichtungen geöffnet.

Planung
Geplant war nur die Fähre und die erste Nacht, die wir in Olbia verbrachten. Das kann man sich sparen, Olbia hat man schnell erkundet. Die klare Empfehlung lautet den ersten Supermarkt anzufahren, vielleicht bei Gap noch ein Eis zu essen und dann die Insel zu erkunden.

sardinien_04Route
Hier haben wir uns von der Wettervorhersage leiten lassen. Ob wir nur eine Küste, eine komplette Umrundung oder nur das Innere des Landes erkunden wollten haben wir im Laufe der Reise entschieden. Wichtig war uns die Erholung, viel vom Land zu sehen und Menschen kennenzulernen die uns ihr Sardinien erklären. Natürlich waren wir zusätzlich mit einschlägigen Reiseführern ausgestattet.

Essen / Trinken
Wir haben uns komplett in Sardinien versorgt. Nur Dinge wie Gewürze und einige Getränke waren in der Bordküche des Defenders vorhanden. Die Lebensmittelpreise sind etwas günstiger als in Deutschland, insbesondere natürlich im Bereich der vor Ort angebauten Produkte. Die einheimische Gastronomie haben wir getestet, von 7,50 Euro für ein komplettes Abendessen für zwei bis weit über 100 Euro war alles dabei. Das teuerste sardinien_05Essen war auch das schlechteste. Am liebsten haben wir natürlich frischen Fisch und frisches Fleisch eingekauft, haben die Allradqualitäten des Defenders bemüht um abgelegene „Grillplätze“ mit schöner Aussicht zu finden.

Übernachtung
Hier gab es für uns verschiedene Dinge die wir getestet haben. Natürlich auch das Übernachten im Auto; die kurz vorher geplante Liegefläche war im Ersteinsatz ein voller Erfolg, hier gibt es nichts zu verbessern. Lediglich Lüftungsbleche zum Einstecken für die Fenster fehlen noch, dann steht der perfekten Übernachtung nichts mehr im Weg. Das „wilde Campen“ ist fast überall möglich, wir sind kein einziges mal kontrolliert worden. sardinien_08

Das mag aber auch mit der Nachsaison zu tun haben und damit dass schon viele Campingplätze geschlossen haben. Günstigste Variante war die Übernachtung wild im Freien ohne alles auf einem verbotenen Grundstück bei einer Hotelruine. Die nächste Stufe war ein geschlossener Campingplatz (sanitäre Einrichtung außer Betrieb), der aber trotzdem offen stand. Pünktlich zum Frühstück kam dann aber ein Sarde und kassierte zehn Euro nur für das Stehen. Super. Bewirtschafteter Campingplatz folgte dann mit 23 Euro. Ganz kurz dahinter kommen aber in der Nebensaison schon die Hotels, Privatunterkünfte und Bed & Breakfast. Die gehen bei 40 Euro los. Haben wir alles getestet und bei diesen Unterkünften auch die besten Tipps bekommen. Eine Kombination aus allem ist wirklich zu empfehlen. Wir haben immer über www.booking.com gebucht. sardinien_09Da gibt es dann auch schon mal das Luxushotel, welches zur Hauptsaison weit über 200 Euro die Nacht kostet für 50 Euro. Im gesamten hatten wir sehr viel Glück mit den Unterkünften. Wir waren fast immer die einzigen Gäste und durften uns oft die Zimmer aussuchen.

Fahren auf Sardiniensardinien_03
Macht wirklich großen Spaß, die Straßen sind einem mit einem Allradfahrzeug eher egal, aber in Sardinien haben wir bei Tipps von Einheimischen oft den Spruch gehört: „Mit eurem Auto geht das. Bella macchina!“ Viele der Tipps wären ohne ein vernünftiges Allradfahrzeug nicht zu erreichen gewesen. In Sardinien bevorzugen die Einheimischen im Landesinneren eher den Fiat Panda 4×4 altes Modell, wohl auch wegen seiner Wendigkeit, in Küstennähe dann doch auch schon mal den ein oder anderen Defender oder sogar Serien, im Osten eher Discovery. Viele als Straßen eingezeichnete „Wege“ sind ohne Asphalt, Markierungen, Verkehrszeichen, Leitplanken oder sonst gewohnten Dinge. Gerade abseits der touristisch erschlossenen Gebiete sind die Straßen geradezu einladend für Offroadfahrer. Das Fahren im Gelände ist fast überall erlaubt, selbst in Naturschutzgebieten haben wir keine Verbotsschilder gesehen (dort sind wir dann trotzdem nicht gefahren). Einzig die Bereiche der militärischen Sperrgebiete haben wir dann doch peinlich genau gemieden. sardinien_10In Sardinien wird noch scharf geschossen, zu Wasser, zu Lande als auch aus der Luft. Furten sind nur ganz wenige vorhanden, da es seit mehreren Monaten nicht mehr richtig geregnet hatte, waren viele Flussbetten komplett ausgetrocknet. Tanken macht auf Sardinien keinen Spaß, durchschnittlich 35-40 Cent der Liter teurer als in Deutschland. Der teuerste erlebte Dieselpreis (incl. Service versteht sich) war 1,98 Euro pro Liter.

Im Landesinneren sind wir auf einige Berge gefahren, alle so jenseits der 1000 Meter. Befestigte Wege Fehlanzeige, Straßenbreite ausreichend für ein Fahrzeug. Bei Gegenverkehr: Zurücksetzen. Bei Wildwechsel oder störrischen Kühen: Hmm, warten.

Wandern
sardinien_11Vor Reiseantritt wurden wir schon vor der Qualität des Rother Wanderführers gewarnt. Sonst durch diesen Verlag gut informiert und verwöhnt ist es auf Sardinien doch wesentlich schwieriger die Wege zu finden. Steinhaufen weisen die Wege. Viel Spaß beim Suchen. sardinien_13Bei schwarzen Wegen im Landesinneren empfiehlt sich die Nutzung von Stöcken. Teilweise sind das Wege, abseits jeglicher Zivilisation, weit weg vom nächsten Handyempfang, in Deutschland vermutlich schon lange gesperrt aber traumhaft schön.

sardinien_06Strände
Hier haben wir uns auf den Merian Sardinien verlassen. Der hat die zehn schönsten Strände auf Sardinien gekürt. Was soll man sagen? Wirklich einer schöner als der andere. Die Wassertemperaturen waren durchaus so dass man auch im Oktober noch baden kann. Die Zeit hat den Vorteil dass man fast alleine an den Stränden ist. Und viele der schönen Strände sind mit einem Allradfahrzeug problem- und mühelos zu erreichen. Und erreichen bedeutet bis ans Wasser.

Natur
sardinien_14Die Natur hat auf Sardinien verdammt viel zu bieten. Beeindruckende Höhlen, Schluchten, Berge und Steinformationen. Und das alles nicht gerade sehr touristisch erschlossen. Irgendwie werden Dinge die mit körperlicher Anstrengung zu tun haben auf Sardinien nicht so exzesssiv ausgebaut wie z.B. in den Alpen. Aus diesem Grund sollte man Touren in die Gegend gut planen, der Handyempfang ist in solchen Bereichen fast immer gleich null und man ist in Notfällen auf sich alleine gestellt. Eine gute Ausrüstung versteht sich also von selber.

sardinien_iphotoFazit
Sardinien ist eine wunderschöne Insel mit vielen Facetten. Bewegt man sich abseits der touristisch erschlossenen Gebiete, erkennt man das wahre Gesicht. Grundsätzlich ist der Westen natürlicher als der Osten und je näher man an die Großstädte kommt desto voller wird es. insbesondere das Landesinnere hat seinen ganz besonderen Reiz. Schmale Gassen, Dörfer die auf kleinstem Raum zusammenwachsen und vor allen Dingen eins: Nette Menschen. Die Sarden an sich kann man mit den Italienern nicht wirklich vergleichen, es ist eine eigene Mentalität, aus diesem Grund sieht man auf der Insel auch fast keine italienischen Flaggen, nur sardische. Wir waren nicht zum letzten Mal da, es gibt noch viele Ecken zu entdecken und Strände die uns wiedersehen wollen! 14 Tage reichen um einen ersten Eindruck zu erhalten, mehr nicht, nur die Bereiche der roten Punkte haben wir gesehen.

sardinien_12Flickr-Fotoalbum

1 Kommentare

  1. Toller Reisebericht, wenn auch schon etwas älter. Klasse, dass die Preise überschaubar sind. Ich hoffe, dass sich dies in den letzten Jahren nicht negativ verändert hat. Freue mich schon auf uns Reise dort hin.

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